Soul Sacrifice Delta

Mit Soul Sacrifice Delta kommt ein neuer Teil des vor einem Jahr erschienenen Soul Sacrifice in die Läden. Nein, die Formulierung ist falsch: Denn in die Läden wird das Spiel nicht kommen. So hieß es zuerst in einer Ankündigung Delta sei „nur“ eine Erweiterung, doch dies wurde schnell revidiert. So ist Soul Sacrifice Delta ein eigenständiges Spiel, welches es aber nur im PSN als Download für 29,99€ zu erwerben gibt. Das Spiel an sich soll einige Neuerungen und Verbesserungen enthalten, der Kern der Story wird aber gleich bleiben. Da Spieler aus dem alten Teil ihre Spielstände sogar in den neuen Teil übernehmen können fragen wir uns: Warum kein DLC bzw. warum kein Rabatt für Besitzer des Vorreiters? In wie weit das Spiel verbessert wurde und ob sich ein Kauf trotz Besitzes des alten Teils lohnt, erfahrt ihr in unserem Test.

Game Info

NAME: Soul Sacrifice Delta

ENTWICKLER: Marvelous AQL, SCE Japan Studio

PUBLISHER: Sony Computer Entertainment

PLATTFORM: Playstation Vita

GENRE: Hack’n Slay, Action-Rollenspiel

ERSCHEINUNGSDATUM: 14.05.2014

Was geht hier ab?

Aber gehen wir das Ganze chronologisch durch. Sobald ihr das Spiel startet werdet ihr erst einmal mit einer tollen Inszenierung in die Geschichte begrüßt, sofern ihr dies vom alten Teil aber noch nicht kennt, werden euch ein paar Fragezeichen im Gesicht stehen. Eine düstere Welt-Untergangs-Stimmung sowie die Tatsache, dass gerade ein Gefangener von einem Zauberer getötet wird lässt einen dann gleich zu Beginn schon einmal ein wenig Angst bekommen. Der Zellennachbar verfällt auch noch in Panik, versucht mir etwas zu erklären bzw. mit mir zu reden. Dabei hat er auch noch ein komisches Buch, mit dem er wohl etwas anstellen möchte. Nachdem er dann die Kraft des Buches in sich aufnimmt und aus der Zelle ausbricht, dauert es auch nicht lang bis der mächtige Zauberer Magusar kommt und ihn zermatscht. Ja, wortwörtlich zermatscht. Das Buch möchte jetzt auch noch mit mir reden, es hat sogar einen Namen: Librom. Obwohl ich bis hierher eigentlich nur Bahnhof verstehe, werde ich dem Buch mal eine Chance geben und sehen, was es damit auf sich hat.

Worum geht es denn jetzt genau?

Um das Ganze mal etwas einzuordnen: Das Spiel ist kein Open World Spiel, sondern ihr bewegt euch das ganze Spiel über in eurer Knochenzelle. Die einzige Möglichkeit, aus diesem Unheil herauszukommen und Magusar zu besiegen, ist es den Seiten im Buch zu folgen und die Macht der dort erzählten Geschichten und Quests selber aufzunehmen, um am Ende stark genug zu sein, um Magusar zu besiegen. Mit Hilfe von Librom eignet man sich das Wissen derer an, die vor einem kamen und scheiterten. Die Sprüche und Hilfestellungen des Buches sind dabei ebenfalls ein zentrales Element, denn man erhält nicht nur wertvolle Aussagen, sondern kann auch entscheidende Informationen über Gegner und zum Beispiel ihre Schwachstellen erfahren. Der größte Fehler, den man in diesem Spiel machen kann, ist es schnell und unaufmerksam durch die Seiten zu blättern. Den nur so erfährt man die volle Story, Hintergrundinformationen, kann die erzählten Geschichten nachvollziehen und fühlt des Öfteren auch Rache, Ehrgeiz oder auch Liebe. Wer sich vollends dem Spiel öffnet und aufmerksam spielt, wird eine hervorragende und zerreißende Geschichte miterleben.

Spielmechanik

Das Hauptelement des Spiels besteht wie man dem Namen entlocken kann aus Opfern bzw. der Opferbereitschaft. Nach jedem besiegten Gegner habt ihr die Möglichkeit es zu retten um eure Magieleiste zu erhöhen und Lebensenergie sowie Verteidigung zu erhalten oder ihr opfert den Gegner und es regeneriert sich ein Teil der Opferkraft, zumal eure Angriffsstärke sich bei Stufenaufstieg erhöht.Doch dies ist meistens schwerer als gedacht: Die besiegten Monster waren früher normale Tiere oder Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen zu dem geworden ist, was sie jetzt sind. Oder Partner, mit denen man zusammengearbeitet oder sogar lieben gelernt hat, nur für die Macht zu opfern, fällt einem wirklich nicht leicht. Doch das Tolle an Soul Sacrifice (Delta) ist, dass jede Charakter-Entwicklung und jedes Verhalten Einfluss auf den Verlauf der Geschichte nimmt. Genau genommen entwickelt sich euer rechter Arm, der Ursprung eurer magischen Fähigkeiten, zum Guten oder Bösen bzw. bleibt neutral bei ausgeglichener Handlungsweise. Diese Entwicklung ist für die Aktivierung bestimmter Siegel von Bedeutung, dessen verschiedene Boni auch davon abhängen, für welche Seite ihr euch entschieden habt. Zudem braucht man die Lebens- oder Seelenessenzen von bestimmten Monstern für bestimmte Siegel – man muss sich also durchaus auch einmal gegen seine Philosophie entscheiden und Entscheidungen treffen, die ihr vielleicht später bereut.

Neben der erzählten Geschichte müsst ihr immer wieder sogenannte „Phantom Quests“ erledigen. Dort taucht ihr in verschiedene Welten ein, welche alle unterschiedlich sind und euch die Geschichte eines jungen Zauberers nacherleben lassen. So beginnt ihr zunächst mit der Zauberer-Ausbildung, welche „Die Zauberer-Probe“ genannt wird. Auf euch warten zahlreiche Kämpfe, in denen ihr gegen eine Vielzahl von einzigartigen Monstern bestehen müsst. Das Gameplay erinnert auf den ersten Blick an Monster Hunter. Ihr wählt eure Quest aus und müsst zum Beispiel ein bestimmtes Monster bzw. mehrere Monster töten. Der einzige Unterschied ist, dass ihr euch nur in der jeweiligen Quest bewegen könnt, nicht jagen und die Monster nicht auseinandernehmen müsst. Es geht vielmehr um den magischen Aspekt und die Opferung. Ihr müsst lernen eine Vielzahl von unterschiedlichen Zaubern bzw. Opfergaben zu wirken, welche euch entweder elementare Kräfte, Beschwörungen, Rüstungen oder Waffen verleihen. Insgesamt erwartet euch ein wirklich umfangreiches Repertoire an verschiedenster Magie, die euch bei den sehr unterschiedlichen Kämpfen von Nöten sein wird und immer vor der jeweiligen Quest geändert werden kann. Außerdem muss aufgepasst werden, dass eine Opfergabe nicht zu oft gewirkt wird. Zwar kann man diesen noch durch Opfergaben-Erneuerung retten, nutzt ihr eine jedoch zu oft, so verliert ihr diese. Jedoch ist es euch möglich diese im Nachhinein mit Lacrima, Limbroms „Tränen“, wieder zu erneuern und nutzen zu können. Die Kämpfe sind aber allesamt in einer Art Arena, einem kleinen Areal, aufgebaut und sehen meist ziemlich ähnlich aus. Die veränderten Orte und Gegner helfen zwar dabei darüber hinwegzusehen, doch im Prinzip bleibt bei fast allen Quests die gleiche Aufgabe, einen oder mehrere Gegner einer bestimmten Art zu töten. Nebenaufgaben mit anderer Zielsetzung sind dabei eher Ausnahmen. Außerdem gibt es Pakte mit toller Story, aber auch andere Abschnitte bei denen sich die Quests aneinanderreihen. Dies kann mitunter etwas nervig sein, doch wenn man diese durch hat entschädigt die restliche Story auch dafür. Mit Abschluss jeder Quest erhaltet ihr eine Punktzahl sowie Belohnungen, wie Zauber oder Siegel, die euch stärker machen und nützlich für den weiteren Spielverlauf werden können. Obwohl sich die Quest-Aufgaben sehr oft wiederholen, so verspürt man den Drang immer mehr Belohnungen und somit Siegel zu sammeln, um seinen Charakter kontinuierlich zu verbessern. Sechs seiner Magie-Attacken (Opfergaben) darf man mit sich führen, diese vor jedem Kampf verändern und auf einander abpassen, um im Endeffekt eine riesige Anzahl an Möglichkeiten zu haben – die die Kämpfe dann aber nur geringfügig interessanter machen. Man muss diese Art von Spielen einfach mögen, ansonsten hat man bei den wiederholenden Arena-Kämpfen schon nach kurzer Zeit keine Motivation mehr. Immerhin müsst ihr aufpassen: Verwendet ihr eine Opfergabe zu oft, so verliert ihr diese und müsst hoffen sie später durch Belohnungen reaktivieren zu können.

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Zu was bist du fähig?

Ich denke der Spruch passt sehr gut zum Spiel und erinnert zumindest mich immer ein wenig an Saw. Was ist ein Mensch bereit zu opfern, um sein eigenes Leben zu retten bzw. in diesem Fall stärker zu werden. Es geht nämlich über die üblichen Opferungen hinaus, denn es gibt auch so genannte „Schwarze Rituale“. Vor schweren Kämpfen kann man sich mit diesen einen großen Vorteil im Kampf verschaffen, doch wie der Name schon andeutet, nicht ohne Preis. Man muss dafür nämlich eigene Körperteile opfern, zum Beispiel ein Auge oder seine Haut. Dies hat natürlich deutlich negative Auswirkungen bei euch selber, so sollte man damit sehr vorsichtig umgehen. Zwar kann man die Effekte durch die bereits erwähnten Tränen aus Libroms Auge rückgängig machen, doch sind diese sehr rar. Und seien wir ehrlich: Bevor man sein Auge für einen Kampf opfert, sollte man doch bitte vorher darüber gründlich nachgedacht haben.

Mehrspieler-Modus und Machtverhältnisse der Fraktionen

Der Mehrspielermodus in diesem Spiel läuft wie bei seinem Vorgänger optimal und ohne Verbindungsschwierigkeiten. Ihr könnt alle Phantom-Quests online in Zweier- bis Vierergruppen absolvieren, wodurch natürlich auch die Gegner stärker und vielzähliger werden. Da dies durchaus auch anspruchsvoll wird, muss man seine Fähigkeiten aufeinander anpassen und Taktiken entwickeln, was sehr viel Freude bereitet. Und auch hier dreht sich wieder vieles um das Opfern: Wenn jemand aus der Gruppe stirbt, kann man ihn entweder retten oder opfern – Rettet ihr ihn verliert ihr viele Lebenspunkte, euer Freund kommt aber wieder in die Welt der Lebenden zurück, opfert ihr ihn, wird eine mächtige Attacke ausgelöst. Dies bietet viel Zündstoff, denn tote Spieler erhalten keine Belohnungen mehr. Man kann das Spiel ebenfalls gemütlich auf seiner Couch im lokalen Ad-Hoc Modus spielen, auch dies stellt keine technischen Schwierigkeiten dar. Neu in Delta ist zudem das Fraktionssystem im Online-Modus. Je nachdem für welche Seite ihr euch in der Geschichte entscheidet (Avalon, Sanctuarium, Grim), könnt ihr erhaltene Bezwingerpunkte für eure Seite erzielen, die dann in einer Endabrechnung jede Woche zusammengezählt werden und die beste Fraktion mit Belohnungen entlohnt wird. Zudem gibt es einen Basar, bei dem ihr neue Waffen sowie auch Quests im Spiel kaufen könnt, also selbstverständlich nicht gegen Echt-Geld.

Genug über Soul Sacrifice – Was gibt es Neues?

Die größte Neuerung ist eine dritte Fraktion. So konnte man sich im Vorgänger nur für Sanctuarium (gnädige Fraktion) und Avalon (blutgierige Fraktion) entscheiden, sondern könnt euch nun auch für die neutrale Fraktion Grim entscheiden. Im Spielverlauf müsst ihr dann Monster nicht mehr opfern oder retten, sondern könnt auch neutral, im Spiel Fate genannt, handeln. Dies bringt selbstverständlich eine Hülle an neuen Fähigkeiten mit sich. Dadurch wird das Spiel auch um einen komplett neuen Handlungsstrang erweitert, was auch die erspielbaren Enden beeinflusst. Wem der Name Grim jetzt etwas sagt, der liegt damit auch gar nicht so falsch. Thematisch sind viele Orte angelegt an Märchen der Gebrüder Grimm, beispielsweise Alices Wunderland. Zudem wurde das Kampfsystem überarbeitet und verbessert, es wirkt nun flüssiger und besser. Ein motivierendes Kombo-System, bei welchem man Angriffe kombinieren kann, ist jetzt ebenfalls vorhanden. Zudem wurden die Handlungsplätze ebenfalls noch einmal verbessert, sie sehen nun wesentlich weniger steril aus, zumal es nun auch ein Wettersystem gibt, welches Einfluss auf den Kampf nimmt. Die Umgebung spielt daher nun auch eine Rolle in eurem Kampf und eurer Taktik. Das Ganze wird deutlich lebendiger. Ebenfalls überarbeitet wurde die KI, welche nun teilweise intelligenter agiert sowie das Charakter-Menü, welches euch den Charakter nun deutlich individueller gestalten lässt. Ebenfalls gibt es neue Spielmodi. Einmal „Alices Ewiges Labyrinth“, welches eine klassischer Wellen-Modus ist, in dem ihr immer schwierigere und mehr Gegner erledigen müsst sowie ein Feature, mit dem ihr auf leeren Seien eigene Pakte erstellen könnt, die ihr dann selbst oder auch online mit Freunden spielen könnt.

Grafik, Sound und Atmosphäre

Die Grafik des Spiels ist für die Verhältnisse der Vita in Ordnung, viel mehr aber auch nicht. Die Designs der Monster sind zudem detailvoll gestaltet, wenngleich es durchaus hätten mehr verschiedene Monster sein können. Die Umgebungen wurden im Gegensatz zum Vorgänger verbessert und sind weniger steril, wirken also lebendiger. Trotzdem hätte man sich auch hier größere Areale und mehr Details gewünscht. Gegen den Soundtrack sowie die Atmosphäre lässt sich nichts sagen, denn diese ist Weltklasse. Die englischsprachigen Erzähler machen wirklich einen guten Job, zumal es durch die deutschen Untertitel auch kein Problem gibt, diese zu verstehen. Natürlich hätte auch ich mir lieber deutsche Stimmen gewünscht, doch dies hätte wohl der Atmosphäre nicht gut getan. Mit schönen Artworks untermalt ergeben die kleinen Seiten mit wenig Text doch eine spannendes und mitreißendes Gefühl, auch wenn dem Spiel die ein oder andere Videosequenz noch gut getan hätte.

Sonstiges

Insgesamt kann man sehr viel Zeit in Soul Sacrifice verbringen, wenn man sich auch die Zeit nimmt und mit dem Spiel auseinandersetzt. So sitzt man an der Story schon gut dutzende Stunden wenn man aufmerksam spielt und seinen Charakter weiter verbessern möchte. Wer es gar auf die Platin-Trophäe abzielt, muss sogar gute 100 Stunden einplanen. Der Schwierigkeitsgrad des Spiels ist ebenfalls nicht zu unterschätzen, so fängt er relativ lasch an, steigert sich aber so rapide, dass man wirklich gute Taktiken braucht und die Schwachstellen der Gegner kennen muss, um weiterzukommen. Das Schöne an dem Spiel ist, dass wenn man wirklich nicht mehr weiterkommt, man nicht unbedingt frühere Quests wiederholen und grinden muss, sondern sich im Online-Modus Hilfe von erfahreneren Spielern holen kann. Wer aber wie ich denkt, dass man nach der ersten abgeschlossenen Pakt-Reihe bereit für Magusar ist, der irrt sich gewaltig, denn dies endet blutig für euch. Doch das ist auch so positiv an dem Spiel: Man ist nicht gezwungen alles zu machen und kann selbst entscheiden, wann man für den Endkampf bereit ist. Auch wenn das Spiel im Kampf meistens technisch einwandfrei und sogar besser als sein Vorgänger läuft, so gibt es durchaus auch Probleme mit der Kamera. Da man diese im Spiel selbst mit bewegen und nebenbei auch noch auf viele andere Dinge achten muss, so steht man oft mit dem Rücken zum Gegner und muss alles stehen und liegen lassen, nur um sich wieder mit dem rechten Stick zum Monster zu drehen – und in dem Moment bekommt man auch schon wieder einen Schlag ab. Dies hat sich leider nicht wirklich verbessert, wenngleich man sich mit der Zeit dran gewöhnt, so ist dies trotzdem umständlich.

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Fazit

Soll man es nun kaufen oder nicht? Man merkt beim Lesen des Tests, dass es für beide Seiten Argumente gibt und ein kleiner Zwiespalt entsteht. Zum einen sei gesagt: Wer auf Hack’n Slays im Monster Hunter Stil steht, der sollte hier ohne zu zögern zuschlagen. Ein motivierendes Belohnungssystem sowie ein Kampfsystem, welches mehr Möglichkeiten bietet, als man zunächst annimmt. Dazu eine etwas abgedrehte, aber dennoch spannende Story, die einen immer mehr mitreißt. Wer sich dem Spiel öffnet und aufmerksam spielt, der wird viel von der Geschichte haben und sich schwertun Entscheidungen zu treffen. Die Frage, was man alles bereit ist zum opfern, sei es Partner, Erzfeinde oder sogar eigene Körperteile verschärft dies noch mehr. Ein Buch, welches tolle Geschichten von anderen Zauberern zu erzählen hat und das man sogar im Spielverlauf in sein Herz schließt. Tolle Seiten, bei denen die Geschichte wie auch Atmosphäre perfekt passen, der Soundtrack wie die Faust aufs Auge passt, welche von wunderschönen Artworks noch untermalt wird. Ein Monsterdesign, das einen wirklich anspricht. Ein Online-Modus, bei denen man gemeinsam Taktiken und Abstimmungen trifft und wo einem geholfen wird, bei dem man seine Mitstreiter retten oder für mehr Macht opfern kann. Das alles machte schon den ersten Teil von Soul Sacrifice zu einem tollen Spiel.

Auf der anderen Seite gibt es aber leider auch Einschränkungen, die nicht jedem Spieler passen. Das Spiel ist nicht Open World, es gibt neben den schönen Erzählungen immer wieder repetitiv die gleichen Aufgaben: Besiege Gegner X hier, Besiege Gegner Y da. Wenn einen die Belohnungen nicht reizen und man zu Beginn keinen Spaß am Spiel findet, so wird man das Spiel wohl (zu) schnell beiseitelegen. Zumal es Kameraprobleme gibt, die nicht immer leicht in den Griff zu bekommen ist, das Spiel einen grafisch nicht vom Hocker reißt und man sich vor allem nach der starken Intro-Sequenz fragt, warum es nicht viel mehr Cutscenes bzw. Filmsequenzen gegeben hat.

Doch durch sein Opfer & Rettungssystem setzt es sich von der Masse der normalen Hack’n Slays ab. Durch die Neuerungen in Delta gibt es zudem noch mehr für den Spieler zu erfahren, eine völlig neue Fraktion sowie neue Möglichkeiten, Monster auch neutral (Fate) zu behandeln. Neue Online-Modi, die zu überzeugen wissen, einen Basar zum Kaufen sowie verbessertes Gameplay und verbesserte Umgebungen. Ein Wettersystem, das sich auf den Kampf auswirkt sowie nun teilweise endlich lebendige Umgebungen runden den Eindruck ab. Zumal Spieler von Soul Sacrifice ihren alten Spielstand übertragen können und nicht neu anfangen müssen, sondern nur die Verbesserungen in Angriff nehmen können.

Ob ihr das Spiel nun kaufen wollt oder nicht, bleibt eure Entscheidung. Wenn euch Monster Hunter Spaß macht, wird euch auch dieses Spiel Spaß machen. Seid ihr eher für Rollenspiele im Open World Stil, solltet ihr das Spiel zumindest ausprobieren. Dies gilt generell, denn um sich seine eigene Meinung zu bilden, sollte man sich zumindest die Demo im Store herunterladen. Insgesamt gesehen sind die 30€ nicht viel, da ihr ein vollständiges Spiel erhaltet. Dass das Spiel allerdings nur im Store erscheint und es keine Ermäßigungen für Besitzer des Vortitels gibt, trübt diesen Eindruck ein wenig. Wer noch nie Soul Sacrifice gespielt hat, sollte aber auf jeden Fall mit Delta einsteigen, da es das Spiel doch deutlich merkbar verbessert und es keine Nachteile zum Vorgänger gibt, lediglich neue Optionen und verbessertes Gameplay wie das Kombo-System. Spieler, die schon von Soul Sacrifice nicht genug bekommen konnten, können hier ebenfalls beherzt zuschlagen. Wer aber schon an Soul Sacrifice wenig Freude gefunden hat und wen dieses nicht motiviert hat, der wird auch an Soul Sacrifice Delta keine Freude finden. Ansonsten ist es für mich ein spaßiger Zeitvertreib, der immer mal wieder angeworfen wird. Einer der wenigen Exklusiv-Titel für die Playstation Vita, der mich überzeugt hat. Bitte mehr davon!

82 Wertung
Gameplay: 9/10
Grafik: 7/10
Sound: 10/10
Steuerung: 8/10

Großer Umfang mit neuem Fraktions-Handlungsstrang | Düstere & packende Story | interessante Spielidee (Opferthematik) | Über 100 Magie-Attacken mit neuen Kombo-Attacken | detailreiches Monsterdesign | Mehrspielermodus problemlos + neuer Wellen-Modus |Atmosphäre & Sound grandios

Phantom-Quests monoton | Zu wenige Monster | Umgebungen verbessert & mehr, trotzdem keine Riesen-Auswahl | aufmerksame Spieler erforderlich | Kameraprobleme | Grafik nicht auf höchstem Niveau


DEINE SPIELBEWERTUNG


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