The Sly Trilogy

Seit über 11 Jahren faszinieren uns der kleine Waschbär und seine Gang nun schon und im vorigen Jahr konnten sich Fans der Serie endlich über den vierten Teil freuen, welcher für PS3 sowie auch Vita erschienen ist. Doch nun erscheint für die Vita ein Port der Version für die PS3, welche ein Port der damaligen PS2 Versionen waren. Um es kurz zu machen und auch klar zu stellen: In dieser Kollektion spielt ihr die ersten 3 Teile der Sly-Reihe, welche allesamt für die PS2 erschienen sind. Ob diese gut auf die Playstation Vita angepasst wurden und ob es Neuerungen in der Steuerung mit dem Touchpad gibt, erfahrt ihr in unserem Test.

Eine kleine Anmerkung noch: Kauft ihr das Spiel im Laden als Retail-Version, so erhaltet ihr auf der Spieldisc nur den ersten und zweiten Teil, der Dritte ist nur als Download-Code beigelegt, was nur sehr schwer aus Artikelbeschreibungen heraus zu lesen ist. Da es nur eine Kollektion von alten PS2 Spielen ist, ist der Preis von 30€ vollkommen in Ordnung, aber dann auch bitte mit allen Spielen auf der Disc. Dass der dritte Teil nur zum Download beiliegt, dient lediglich dazu, um teuren Speicherplatz zu verbrauchen (ca. 2,6GB) und den Widerverkaufswert zu schmälern: Unserer Ansicht nach ein No-Go! Wer allerdings 24,99€ für die PSN Fassung ausgibt, bekommt alle Titel sowohl für PS3 und auch Vita, da es als Cross-Buy angeboten wird. Aber Achtung: Spielstände zwischen PS3 und PS Vita sind nicht kompatibel, das heißt für Trophäenjäger auch, dass Platin zweimal erspielt werden müsste.

Game Info

NAME: The Sly Trilogy

ENTWICKLER: Sucker Punch

PUBLISHER: Sony Computer Entertainment

PLATTFORM: PlayStation Vita, PS3

GENRE: Jump´n Run

ERSCHEINUNGSDATUM: 16.04.2014

Sly Raccoon – der erste Teil

Um das Ganze etwas zu differenzieren, werden wir die drei Teile separat betrachten, um Neulingen im Sly-Universum auch einen Überblick über Spielmechanik sowie Story zu gewähren. Im ersten Teil erfährt man viel über die Hintergründe der Geschichte, welches auch als Grundlage für alle späteren Teile dient. In jungen Jahren entwendeten die „Teuflischen Fünf“ der Cooper-Familie das Buch des Meisterdiebes und töteten Slys Vater. Um die Familienehre wiederherzustellen und selbst ein Meisterdieb zu werden, muss Sly das Buch wieder zusammensetzen. Er kam daraufhin in jungen Jahren in ein Waisenhaus und lernte dort Murray und Bentley kennen, die fortan seine besten Freunde waren und ihm in jedem Teil tatkräftig zur Seite stehen werden. Murray, ein mit Muskeln bepacktes Nilpferd, welches sein Können auch gerne mit dem Van der Gang zeigt und Bentley, eine intelligente Schildkröte, die Pläne austüftelt und Hack-Angriffe auf Systeme durchführt. Außerdem gibt es noch Inspektor Carmelita Fox, welche den Dieb Sly jagt und so die Geschichte miterlebt und am Ende sogar kurzfristig mit der Gang zusammenarbeitet. Zwischen ihr und Sly herrscht ein von Hass & Liebe geprägtes Verhältnis, welches in den folgenden Teilen auch immer wieder aufgegriffen wird. Doch nun wieder zu den Teuflischen Fünf: Jedes Mitglied hat einen Teil des Buches und so müssen sich Sly und seine Gang an die verschiedensten Orte der Welt machen, um diese wiederzuholen. Der Frosch Sir Raleigh, die Bulldogge Muggshot, die Alligatorin Mz Ruby sowie den Pandakönig muss man bezwingen, um am Ende in einem Vulkan in Russland Slys Erzfeind Clockwerk, eine Roboter-Eule, niederzustrecken. So bereist man verschiedene Länder auf unterschiedlichen Kontinenten und muss dort in jeder Episode sieben Schlüssel sammeln, um zu den jeweiligen Endgegnern zu gelangen. Diese Level sind aufgeteilt in Jump’n Run Elemente, bei denen man neben dem Schlüssel auch noch Hinweisflaschen sammeln kann sowie in Minispiele. Dabei gibt es ein motivierendes Belohnungssystem: Sammelt man in einem Level alle Flaschen, so schaltet man einen Tresor bei, der verschiedene Verbesserungen bzw. neue Fähigkeiten bietet und so, wenn auch nebensächlich, die Seiten des Buchs des Meisterdiebs weiter füllt. Sly wäre aber kein Meisterdieb, wenn er als Souvenir nicht sein Markenzeichen, einen Papier-Kopf von sich selbst, zurücklassen würde. Neben der Hauptstory gibt es zudem noch eine Extra-Sequenz, wenn man alles gesammelt hat, welche positiv hervorzuheben ist. Zudem gibt es pro Episode noch 1-3 Minispiele, die von Renn- über Sammel bis hin zu Shooterelementen verfügen und so eine klasse Abwechslung für den Spielverlauf darstellen. Insgesamt hat man immer fünf Leben, jedoch sozusagen nur einen Lebenspunkt. Das heißt: Wird man getroffen oder fällt runter, ist man sofort tot und verliert eins seiner Leben. Verliert man alle Leben, muss man ein Level neu anfangen, was aber auch keinen Beinbruch darstellt, da die Sammelsachen trotzdem gespeichert werden. Ausnahme bildet es, wenn man ein Hufeisen einsammelt oder 99 Münzen sammelt, dann hat man jeweils einen „Extra-Lebenspunkt“. So bleibt das Hauptziel des Diebes natürlich möglichst unentdeckt zu bleiben und keine Alarm-Anlagen auszulösen, um sich keiner Gefahr auszusetzen. Wenn es zu Kämpfen kommt, so ist Sly mit seinem berühmten Stab aber gut ausgerüstet. Nicht zu vergessen sind die tollen und innovativen Boss-Kämpfe, die alle auf ihre Art anspruchsvoll, individuell und trotzdem spaßig waren. Hat man die Story abgeschlossen, so kann man ebenfalls alle Level noch einmal wiederholen, um verschiedenste Zeit-Herausforderungen zu schlagen und das Spiel 100%ig zu komplettieren. Als Hinweis: Für die Platin-Trophäe nicht notwendig.

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Fazit zum ersten Teil

Insgesamt gesehen ist der erste Teil wahrscheinlich der Beste und er bereitet große Freude. Jedoch ist die Umsetzung auf die Vita nicht optimal gelungen, man muss allerdings bedenken, dass das Spiel auch über elf Jahre alt ist und für die PS2 entwickelt wurde. Die Videosequenzen zwischendurch sind demnach in angsteinflößender Grafik, klein und unscharf. Auch wenn dies der Charme des Spiels ist, so hätte man diese alten 4:3 Sequenzen ruhig ein wenig aufpäppeln können. Ansonsten ist das Niveau der Grafik auch eher auf PSP-Niveau, behält dadurch aber auch den Stil des Spiels bei. Über große Strecken läuft die Steuerung ohne Probleme ab, wie man es auch von Sly-Spielen nicht anders kennt. Neue Funktionen mit der Vita gibt es allerdings nicht. Mit den Touchpads kann man auch nur die Kamera zentrieren (hinten) bzw. den Sichtkommunikator öffnen (vorne), welchen man im Spiel aber überhaupt nicht benutzt. So ist dies eher nervig, wenn man Ausversehen drauf kommt. Auch die Menüführung funktioniert nicht über Touch, was den Eindruck erwecken lässt, dass das Ganze billig und schnell produziert wurde. Generell wirkt der Port auch ein wenig unsauber, was bei einem PS2 Spiel aber normal sein dürfte. Zudem hatte ich bei der kurzen Spielzeit (ca. 10 Stunden dauert die Story) des Titels zwei erhebliche Bugs, durch die sich das Spiel aufgehangen hat. Durch die gut gesetzten automatischen Speicherpunkte war dies aber nicht weiter tragisch. Trotz allem würde ich niemanden von diesem Titel abraten, da es ein außergewöhnliches Spiel ist und auch mit den ganzen Macken seinen Charme beibehält. Durch seine innovative Spielweise und die viele Abwechslung, gepaart mit kurzen Ladezeiten, ist dieses Spiel für Spieler aller Altersklassen perfekt geeignet. Der Cliffhanger zu Ende des Spiels lässt es einen schon gar nicht erwarten, mit dem zweiten Teil anzufangen.

Sly 2 – Band of Thieves

Der zweite Teil schließt fast nahtlos an den ersten an, auch wenn er zwei Jahre später spielt. Denn nachdem man erfährt, dass Slys Erzfeind Clockwerk noch nicht endgültig besiegt ist, tauchen auch schon überall auf der Welt verschiedene Teile Clockwerks auf. So sind seine Augen für einen Hypnose-Laser umfunktioniert oder seine Lungen als Antrieb für Züge. Insgesamt sind diese Teile so mächtig, dass sich die Cooper-Gang dazu entschließt, alle Teile der Klaww-Gang, die sie entwendet hat, wieder zurückzubeschaffen. So ist das Spiel diesmal auch länger und in insgesamt acht anstatt in fünf Episoden aufgeteilt. Dieser Teil setzt sich aber vom ersten Teil ab und bietet sozusagen die Grundlage für die weiteren Sly-Teile. Denn im Gegensatz zum ersten Spiel gibt es hier eine Open-World Atmosphäre in den jeweiligen Episoden, in denen man sich frei bewegen kann und zusätzlich zu den Aufträgen Taschendiebstähle ausführen, besondere Objekte stehlen und zum Hauptquartier zurückbringen sowie Hinweisflaschen sammeln kann. Zudem gibt es jetzt einen vollen Lebenspunktebalken, wodurch ihr nicht sofort tot seid, was etwas angenehmer zu spielen ist. Was ihr von Gegnern erbeutet oder im Spiel an Münzen findet, könnt ihr zudem im Thiefnet im Unterschlupf einsetzen, um euch nützliche Angriffe, Ablenkungsmanöver oder sonstige Spielereien wie einen Paragleiter zu kaufen. Die Aufträge in den verschiedenen Episoden sind ungefähr immer gleich aufgeteilt: Erst einmal Fotos schießen und etwas zusätzliches wie Pläne stehlen erledigen, damit Bentley seinen ersten Plan vorstellt (Vorbereitungsmaßnahmen) . Dann gibt es meistens drei Aufträge, die in beliebiger Reihenfolge erledigt werden können. Wenn dies erledigt ist, gibt es in der Regel einen zweiten Plan, bei dem wieder drei Aufträge erledigt werden sollen, bis es zu einem Endplan kommt, um beispielsweise einen Endgegner zu besiegen oder ein Clockwerkteil zu erbeuten. Doch wer sich mit dem Sly-Universum auskennt, der weiß, dass es immer zu Komplikationen kommt und ein Unterfangen nie nach Plan verläuft. So schlängelt man sich durch die Story über den Nachtklubbesitzer Dimitri, den man im folgenden Teil auch als Verbündeten gewinnt, den Tiger Rajan, die Spinne Komtess sowie dem Büffel Jean Bison. Teilweise erstrecken sich die Kämpfe über zwei Episoden. Mit Carmelita Fox, der Inspektorin, auf den Versen erschwert sich die Arbeit für die Gang aber auch durch ihre neue Assistentin Constable Neyla, die im Spielverlauf noch eine große Rolle einnehmen und das Spiel überraschende Wendungen nehmen wird. Zum Ende hin kommt die Gang noch in große Probleme, sodass man im Endkampf wieder der riesigen Roboter-Eule entgegen steht, auch wenn sie diesmal von einer anderen Person gesteuert wird. Das Ende selbst ist sehr traurig, da der Kampf viele Opfer gefordert hat und auch Mitglieder der Gang verletzt wurden. Es scheint, als stünde die Gang vor ihrer Auflösung und als hätte sie keine Kraft mehr. Der perfekte Cliffhanger für einen weiteren Teil.

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Fazit zum zweiten Teil

Insgesamt unterscheidet sich der zweite Teil vom ersten doch extrem, das kann man mögen, muss man aber nicht. Die Grafik selbst sieht wie im ersten Teil ok aus, obgleich die Filmsequenzen immer noch schaurig aussehen und nicht einmal den vollen Platz auf dem Bildschirm ausfüllen. Auch wenn weiterhin die Menüführung, Kämpfe o.ä. keine Touchscreenunterstützung haben, so benutzt man das Rückseiten- und normale Touchpad wenigstens oft. Denn um in der Open World herauszufinden, wo man hinmuss, kann man sich mit dem hinteren Touchpad die Missionen anzeigen lassen, was zumindest nützlich ist. Zudem wird der Sichtkommunikator öfter als im ersten Teil verwendet, teilweise für Aufklärungsfotos oder für Bentleys Schlafpfeile, wodurch auch der vordere Touchscreen häufiger benutzt wird. Die größte Neuerung ist, dass man nun neben Sly aktiv mit Bentley und Murray spielen kann. Bei ungefähr der Hälfte aller Aufträge kann man mit Bentley oder Murray spielen, die sich jeweils deutlich von Slys Spielweise unterscheiden. Geht es um Kraft ist Murray gefragt, egal ob es darum geht viele Gegner zu besiegen oder Gegenstände hochzustemmen, muss hingegen etwas gehackt werden, Sprengladungen platziert oder Gegner mit Schlafmunition ausgeschaltet werden, so ist Bentley an der Reihe. Vor allem die im 80er Jahre Arcade-Automaten angelegten Hack-Minispiele sind eine gelungene Abwechslung. Zusammenfassend wirkt das Spiel meiner Meinung nach aber künstlich in die Länge gezogen, es hat zwar die doppelte Spieldauer vom ersten Teil (ca. 20 Stunden), jedoch wiederholen sich die insgesamt ca. 80 Aufträge doch öfters, wodurch es langatmig wird. Teilweise fehlt dann die Motivation von A nach B zu laufen, nur um etwas zu machen, wovon man vorher noch froh war, dies endlich erledigt zu haben. Trotzdem ist die Steuerung wieder sehr gut, auch wenn es teilweise leichte Kameraprobleme gab und es bei Fahrten mit einem Panzer auch steuerungstechnisch ziemlich schwierig wurde. Abwechslung gab es auch durch Helikopter bzw. Flugmaschinen Kämpfe, RC Autos und Helikopter sowie andere Kleinigkeiten, die aber nicht ganz so abwechslungsreich und oft eingesetzt wurden wie im ersten Teil, nehmen wir die Hack-Angriffe mal raus, welche immer eine Erfrischung ins Spiel brachten. Über die Grafik bei einer Plan-Vorschau möchten wir gar nicht reden, denn diese war nochmal eine Kategorie schlechter als die restlichen Filmsequenzen. Während man Sly Raccoon noch zehn Stunden am Stück durchspielen konnte ohne dass es langweilig wurde, so ist es ratsam Sly 2 in kleineren Stücken zu genießen. Denn nach zwei oder drei Episoden am Stück vergeht durch die immer wieder aufkommenden ähnlichen Aufträge ein wenig die Lust . Es ist nicht so motivierend wie im Vorgänger, oder wie im Nachfolger. Trotzdem gehört das Spiel zu einem der besten auf dem Markt, wenngleich es unserer Meinung nach aber der schlechteste Sly-Titel ist.

Sly 3 – Honour Among Thieves

Der dritte und abschließende Teil der Trilogie startet ein wenig überraschend, denn Sly und seine Gang befinden sich auf einer geheimnisvollen Insel und führen einen mysteriösen Auftrag durch. Im Verlauf dieses Prologs erfährt man dann, dass sie versuchen den Cooper-Tresor, das Vermächtnis der Vorfahren von Sly, zu öffnen, welches nur ein wahrer Cooper kann. Doch der verrückte Dr. M hat eine Festung um den Tresor eröffnet und so ist es fast unmöglich sich Zugang zu verschaffen. Das Ziel des Spiels ist es also nun, eine schlagfertige Gruppe zusammenzustellen, um den größten Coup der Geschichte durchzuführen. Man bekommt im Prolog mit Codenamen auch schon eine Vorschau auf diese Truppe. Wie man nun auch erfährt, kam Bentley nicht unbeschadet durch den Kampf gegen Clock-La am Ende des zweiten Teils, doch ich möchte nicht spoilern. Nach dem Prolog gibt es auch einen Gefahrenraum, in dem man die Grundzüge des Spiels erläutert bekommt. Im Verlauf des Spiels kommen immer mehr Tutorials hinzu, doch wer die ersten Teile gespielt hat braucht dies nicht und kann es auch ohne Probleme überspringen. Das Team besteht zu Beginn nur noch aus zwei Teammitgliedern, da Murray sich für Bentleys Unglück schuldig fühlt und das Team verließ. Nun muss man wieder um die Welt reisen, Murray zurückgewinnen, zudem in Australien Murrays neuen Guru finden und retten und dabei Mafia-Bosse und Bergbauarbeiter ausschalten. Jedes neue Teammitglied wird später hilfreich und auch spielbar sein, so kann der Guru beispielsweise die Kontrolle über Gegner übernehmen. Weiterhin bestreitet man einen Flug-Kontest, um die schlaue Penelope ins Team zu locken, die sich mit Flugobjekten und RC-Autos auskennt und Sly muss über sich hinauswachsen und auch alte Mitglieder der Teuflischen Fünf mit aufzunehmen, die sich aber ins Positive verändert haben und gegen einen Gefallen auch helfen wollen. Nach Piraten-Schlachten im vorletzten Kapitel geht es dann mit vollständigem Team, nun bestehend aus sieben Teammitgliedern, wieder zur Insel, wo man dann dort einsteigt, wo der Prolog aufgehört hat. Zudem kann man immer wieder mit Carmelita spielen, welche auch neben ihrer besessenen Jagd nach Sly Cooper zu einer guten Verbündeten wird. Am Ende gibt es dann einen großen Kampf gegen Dr. M, der alles versucht, um endlich die Schätze des Cooper-Tresors plündern zu können. Auch das Ende ist dann wieder überraschend, traurig aber zeitgleich schön und bringt wieder einmal einen perfekten Cliffhanger für einen neuen Teil. Auch dieser Cliffhanger wurde in dem vorigen Jahr erschienenen vierten Teil wieder einmal grandios umgesetzt.

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Fazit zum dritten Teil

Insgesamt ähnelt der dritte Teil dem zweiten sehr stark: Ebenfalls Open World, Aufträge frei wählbar, das Schema mit den Plänen bis zur Operation ebenso. Doch es ist viel kreativer und abwechslungsreicher, da sich die Aufträge immer wieder unterscheiden und es nicht schnell langweilig wird. Man kann neben Sly, Murray und Bentley nun auch mit den neuen Teammitgliedern spielen, sobald man sie rekrutiert hat, und teilweise auch mit Carmelita. Die Spielmechanik an sich habe ich schon für den zweiten Teil beschrieben, daran hat sich zumindest bei Sly, Murray und Bentley nichts verändert. Doch es gibt dabei auch viele Neuerungen: Beispielsweise gibt es Entscheidungsmöglichkeiten wie man vorgehen möchte, z.B. kann man dann Gegnern drohen oder ihnen doch schmeicheln, um weiter zu kommen, sie zum Lachen bringen etc. Je nachdem was gerade benötigt ist, hat man verschiedene Möglichkeiten. Entscheidet man sich falsch hat man aber beliebig viele Neuversuche, wodurch eine Fehlentscheidung kein Problem ist und demnach der Schwung aus dieser Neuerung wieder etwas herausgenommen wird. Zudem muss man als verkleideter Sly übertragene Passwörter in einem Code, richtig wiedergeben oder mit Bentley in Gemälde-Safes nach Passwörtern suchen, die in der Umgebung versteckt sind. Leider wurden dabei auch die Hinweisflaschen entfernt, wodurch es in der Open World nichts mehr zu sammeln gibt, was diese uninteressant macht und man dann schnell von Auftrag zu Auftrag eilt. Zudem sind die Aufträge wie bereits erwähnt wieder innovativer, neben Flügen mit einem Doppeldecker, RC-Wagenfahrten und auch Schiffsfahrten mit Schatzsuche gibt es so viele Dinge zu tun, zumal durch die neuen Charaktere die Aufträge natürlich auch vielseitiger werden. Insgesamt wird einem im Gegensatz zu Teil 2 nicht langweilig. Die Story ist wieder emotional und toll gestaltet, auch wenn der Touchscreen wieder nur wie in Teil 2 fürs Navigieren und den Sicht-Kommunikator genutzt wird. Zudem gibt es nach Abschluss der Story noch in jeder der sechs Episoden ein paar Herausforderungen, die lustig gestaltet sind, aber nicht unbedingt einfach. Wer alles erledigen und diese schaffen möchte, der muss mit einem hohen Schwierigkeitsgrad rechnen, denn auch für die Platin-Trophäe werden diese abgeschlossen benötigt. Doch es gibt nicht nur Dinge zu loben, auch hier gab es wieder etwas, was uns sehr gestört hat. Es gibt viele Tonprobleme im Spiel, die einem den Spielspaß rauben. Beispielsweise ist der Ton so laut und die Stimme von Bentley so schwach, dass man bei den Plänen kaum etwas versteht und damit den Plan nicht richtig mitbekommt. Dazu gibt es teilweise ein Rauschen in der Umgebung, die Synchronisations-Stimmen klingen teilweise in falscher Tonlage oder metallisch. Im Gegensatz zu den früheren Teilen sind die Ladezeiten nach Missionen mit Blackscreen auch etwas länger. Öfters hat auch die Kreis-Taste, die essentiell zum Klettern ist, nicht richtig funktioniert, wodurch man an manchen Stellen runterfiel, obwohl man nichts falsch gemacht hat. Das dies etwas frustrierend ist, muss man glaub ich nicht erwähnen. Die Grafik ist weiterhin ok, zu den Filmsequenzen und ihrer Schärfe bin ich bereits in den Vorgängern deutlich drauf eingegangen, auch hier hat sich dies nicht verändert. Doch trotz all dieser Schwächen ist das Spiel an sich immer noch top, da Story wie auch Gameplay einfach Weltklasse sind. Den zweiten Teil als Grundlage genommen und alle Kritik-Punkte verbessert: Für mich mit dem ersten Teil eins der besten Spiele, die ich jemals gespielt habe.

Fazit zur Sly Trilogie

Wie man sehen kann, ist dieser Test etwas anders ausgefallen als gewöhnlich. Da man hier gleich drei Spiele auf einmal hat, die in einem Zeitraum von knapp 4 Jahren noch für die PS2 entwickelt wurden, muss man dies auch differenzieren. Mit insgesamt knapp 50 Spielstunden (ungefähr zehn für Teil 1 und jeweils 20 für die anderen Beiden) bekommt man auch was für sein Geld. Wer den Test aufmerksam gelesen hat, der wird auch merken, dass mich die Spielreihe wirklich fasziniert und seit Jahren in ihren Bann zieht. Sowohl auf PS2, wie auch auf der PS3 und auf der PS Vita habe ich die Teile nun gespielt und auch wenn ich mittlerweile jede Ecke des Spiels kenne, so machen diese doch immer wieder Spaß. Demnach kann ich auch gut beurteilen, wie die Umsetzung nun letztendlich gelungen ist. Die einzelnen Fazits zu den drei Teilen habe ich ja schon in den Zusammenfassungen oben gegeben, da möchte ich nun nicht noch einmal drauf eingehen, aber Teil 1 wie auch Teil 3 sind innovativ und vom Gameplay und Spielspaß am oberen Messpunkt angelangt, lediglich Teil 2 schlaucht durch wiederholende Aufträge etwas. Trotzdem ist die Story für alle Teile emotional, super gestaltet und die innovativen Charaktere durchlaufen eine wirklich schön anzusehende Entwicklung. Man entwickelt ein Gefühl für die Gang, leidet und freut sich mit, das ist wirklich grandios. Durch die kaum veränderte Grafik behält das Spiel auch seinen Charme, zumal es in jedem Teil auch wirklich in Ordnung und auch besser als damals auf der PS2 aussieht. Allerdings sind die Filmsequenzen sowie die Plan-Sequenzen in so schlechter Qualität, dass man sich fragen muss, warum diese nicht etwas aufgebessert wurden. Der Ton ist ebenfalls in den ersten beiden Teilen noch super, im letzten Teil allerdings durch viele Fehler kaum zu ertragen. Es kommt einem ein wenig so vor, als wäre das Spiel für die Vita nicht einmal mehr komplett getestet worden, sondern einfach nach kurzer Probe auf den Markt geschmissen. Da es eine Neuauflage ist und es das Spiel auch schon für die PS Vita gibt, so erwartet der Käufer auch die Einbindung von den beiden Touchscreens und diese dann einfach nur anstelle eines Knopfes einzubinden, ist fast inakzeptabel. Spielerische Vorteile entwickeln sich dadurch ganz sicher nicht. Über kleine Probleme bei der Steuerung mit Kamera oder beim Klettern kann man hinwegsehen, diese fallen auch kaum negativ auf. Es lässt sich auch alles fast problemlos auf der Vita ohne Einschränkung zum großen Bruder auf der PS3 spielen, doch wer die Trilogie schon einmal auf der PS3 gespielt hat, der braucht es nicht noch einmal auf der Vita spielen, denn es gibt keine Änderungen, die dies rechtfertigen würden. Es wird demnach auch nicht der große Systemseller werden, es braucht einfach mehr Exklusiv-Titel um die Vita am Leben zu erhalten, ein paar billige Ports von alten Collections reicht da nicht. Und das Wort billig mein ich auch so wie ich es schreibe: Mir kommt es so vor, als wäre das Spiel einfach schnell auf die Vita programmiert worden ohne auch nur zu versuchen Bugs und Fehler auszubessern, den Touchscreen einzubinden oder Filmsequenzen zu verschönern. Dazu kommt, dass es in der Retail-Version nur Teil 1 und 2 auf der Diskette gibt und der letzte Teil als Download beiliegt, nur um den teuren Speicherplatz zu verschwenden. Das gefällt weder mir noch anderen Spielern und man fühlt sich beim Kauf des Spiels dann auch ein wenig verarscht, auch wenn das hart klingt. Die insgesamt für die Trilogie für mich zu niedrige Bewertung gibt es demnach auch nur für die Umsetzung, denn diese ist insgesamt für mich nicht ausreichend gestaltet worden. Denn die Trilogie an sich ist für mich heilig und absolut grandios. Dabei braucht auch niemand mit Logik kommen, warum Waschbären, Schildkröte oder Nilpferde nicht schwimmen können oder warum ein Fuchs eben diese Tiere jagt. Man muss den kleinen Waschbär und seine Bande einfach lieben und demnach würde ich das Spiel auch jeden, der es noch nie gespielt hat, ohne Einschränkungen empfehlen. Eine vernünftige Neuauflage des Spiels hätte mir aber besser gefallen.

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Gameplay: 10/10
Grafik: 7/10
Sound: 7/10
Steuerung: 8/10

Grandiose Story | Innovative Charaktere | Abwechslungsreiches Gameplay | Tolle Charakterentwicklung | Knapp 50 Stunden Spielspaß | PSN - Cross Buy

Schwache Einbindung des Touchscreens | Große Tonprobleme im dritten Teil | Filmsequenzen in übler Qualität | Dritter Teil nur als Download | Insgesamt "billiger" Port


DEINE SPIELBEWERTUNG


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