Playstation Vita Pets

Mit Playstation Vita Pets schickt Sony endlich mal wieder ein exklusives Vita Spiel auf die Reise, welches auf den ersten Blick aber doch arg nach einem Nintendogs-Klon aussieht. Ob Sony den Spieleklassiker aus dem Hause Nintendo nur kopiert oder es neun Jahre nach dem Erscheinen von Nintendogs sogar besser macht und es endlich der erhoffte Systemseller wird, erfahrt ihr in unserem Test.

Game Info

NAME: Playstation Vita Pets

GENRE: Kinder, Simulation

ERSCHEINUNGSDATUM: 04.06.2014

Auswahlgehege

Startet man das Spiel steht man auch schon ziemlich direkt vor der wichtigsten Entscheidung des Spiels: Der Auswahl des Tieres. Um das aber gleich mal zu relativieren, es geht in diesem Spiel nur um Hunde, warum das Spiel letztendlich „Pets“ und nicht Playstation Vita Dogs heißt, wird wohl nur Copyright-Gründe haben. Insgesamt stehen in vier Gehegen verschiedene Rassen zur Auswahl. Da wäre zum einen der Labrador, ein nervöser, aber spielfreudiger Hund, der immer auf der Suche nach Abenteuern ist sowie der Husky, ein harter Bursche mit großem Herz, der gerne Spaß hat und dabei gerne auch mal spitzbübig ist. Diese beiden Rassen werden von männlichen Synchronsprechern gesprochen, dazu muss man erwähnen, dass jede Rasse einen eigenen Synchronsprecher hat, die auch zum jeweiligen Charakter des Hundes angepasst ist. Zum anderen wäre da der Collie, ein zuverlässiger und vernünftiger Hund, der aber auch hartnäckig ist sowie der Dalmatiner, der die Rolle der „zickigen Göre“ einnimmt: eingebildet, geht gerne einkaufen, doch auch treu und mit dem richtigen Sinn für Humor. Außerdem gibt es für jede Rasse drei verschiedene Fellfarben, um das Ganze ein wenig individueller zu gestalten. Festzuhalten ist noch, was mich zunächst sehr überrascht hat, dass die Hunde zu einem sprechen können und einen so auch süß davon überzeugen wollen, dass man sie auswählt. Dies ist auch eher für Jüngere ausgelegt, doch auch mir wurde die Entscheidung dadurch schwer gemacht, als ich eigentlich dachte.

Spielmechanik

Hat man sich dann für einen Hund entschieden, kommt man zu seinem Zuhause, welches in einer offenen Wohnung wiedergespiegelt wird. Doch zuerst möchte der Hund noch seinen Namen wissen, den man ins integrierte Mikrofon der Vita einsprechen soll. Bevor ich darstelle, wie ich Depp minutenlang alles gegeben habe, damit dieser Hund seinen Namen versteht: Es klappt so gut wie überhaupt nicht. Das ist leider sehr schade, denn das Mikrofon kann man theoretisch noch öfter gebrauchen, zum Beispiel nach gelernten Kunststücken wie „Sitz“ oder „Platz“, wo man diese auch einsprechen könnte, damit der Hund diese auf Kommando ausführt. Doch all das, so schön es in der Theorie klingt, klappt einfach nur mangelhaft, sodass es keinen Spaß bereitet und man es von vornerein besser sein lassen sollte.

PlayStation Vita Pets Screenshot 1

Das Spielprinzip ist dabei ausgelegt, Kumpel-Punkte zu sammeln und damit neue Gegenstände im Shop bzw. Kunststücke freizuschalten. Kumpel-Punkte erhält man für alles Mögliche, beispielsweise durch das Ausführen von Aktivitäten, das Weiterkommen in der Geschichte oder das Meistern eines Kunststückes. Dazu gibt es noch tägliche Kumpel-Punkte für das Füttern, Duschen oder Erschnüffeln von Gegenständen. Das Spiel nimmt euch aber quasi an die Hand, immer wieder erscheinen nützliche Hinweise und Tipps. Ansonsten gibt es in der Wohnung einiges, man kann mit dem Hund Ball-Spielen, mit einem Zerrspielzeug die Kraft des Hundes verbessern, ihn duschen, wenn er schmutzig ist oder ihn einkleiden. Dabei gibt es im sogenannten „Fernsehladen“ einiges zu kaufen, beispielsweise neue Spielzeuge oder Kleidungsstücke. Hierbei gibt es einige Möglichkeiten und auch gute Optionen, einzelne Teile untereinander zu kombinieren und somit eigene Outfits zu kreieren. Geld verdienen tut man, indem man beim Spaziergang mit seinem Hund Gegenstände erschnüffelt und diese anschließend im Fernsehladen verkauft. Ebenfalls kann man interaktiv mit der Umgebung verkehren und dort beispielsweise mit einem Ball spielen. Dies könnte vor allem das jüngere Publikum begeistern. Nach und nach schalten sich dann auch Kunststücke frei, die unter anderem auch beim Spaziergang bzw. in der Geschichte nützlich werden können. Hierbei muss man einfache Formen bzw. Striche auf dem Touchpad nachzeichnen, später gibt es noch Kunststücke-Spiele, bei denen man diese kombinieren kann. Außerdem schalten sich nach und nach auch neue Aktivitäten frei. Da wären zum einen ein „Frisbee“-Spiel, bei dem man die Scheibe in einen Zielbereich werfen und der Hund sie fangen muss, ein „Ball an der Schnur“-Spiel, bei welchem man mit seinem Hund den Ball an einer Kordel hin und her spielt, um seine Sprungkraft zu verbessern, zum anderen wäre da ein „Wasser“-Spiel, welches ähnlich dem Frisbee-Spiel verläuft. Hier muss man anstatt Zielbereiche mit einem Ball Ringe treffen, die sich unter anderem auch bewegen können. Zu guter Letzt gibt es noch einen Hindernis-Lauf, bei dem man vier verschiedene Stufen freischalten kann und bei dem man dann über Hindernisse springen, Slalom laufen oder durch Hindernisse hindurch laufen muss. Läuft man in der freien Welt herum, so kann man einiges entdecken, doch dazu und zu der Geschichte später mehr.

Geschichte von Castlewood

Das Highlight des Spiels ist unserer Meinung nach die Geschichte von Castlewood. Man findet ein Buch in seinem Haus, in dem die Geschichte vom König und seinem Hund Cosmos erzählt wird, dessen Schloss von Plünderern angegriffen wird und diese sich auf der Flucht befinden. Ziel ist es nun in der Spielwelt einzelne Tagebuchseiten und zerrissene Teile einer Karte zu finden, um zum Schatz, der goldenen Tunika des Hundes Cosmos, zu gelangen und den Beiden somit ihren Frieden zu bringen. Dabei ist am Anfang des Spiels nur ein Teil der Karte aufgedeckt und man muss verschiedene Rätsel lösen und Gegenstände finden, um eine Truhe zu finden, in der neue Tagebuchseiten und Teile der Karte enthalten sind. Die Rätsel sind allesamt aber sehr einfach und kinderfreundlich gemacht. Ein kleines Beispiel: Auf der Tagebuchseite steht die nötige Anordnung von Symbolen schon in einem Bild, man muss diese durch Zerren mit dem Hund eigentlich nur noch richtig positionieren. Zusätzlich sind die benötigten Felder aber auch schon farbig markiert, sodass man eigentlich gar nichts falsch machen kann. Reicht auch dies noch nicht, so gibt der Hund euch Tipps, ob ihr auf der richtigen Spur seid oder etwas falsch macht. Eine angenehme Erzählstimme des Königs rundet die schöne Aufmachung der Geschichte noch ab. Auf dem Weg kommt ihr in schöne und teils dreckige Gegenden wie beispielsweiser einer Mine, wo ihr ebenfalls noch eine Art Minispiel absolvieren könnt. Ansonsten gibt es für den Hund unterwegs viele Schnüffelspiele, die ihr entdecken könnt. Wie bereits vorher erwähnt, bekommt ihr hier Schrott, den ihr beim Laden verkaufen könnt oder eben neue Kleidungsstücke. Zudem gibt es insgesamt noch 30 Wappen des Königs, bei denen ihr Erinnerungsfotos erstellen könnt sowie 30 Jubiläumsmünzen zu sammeln, die ebenfalls auf der ganzen Karte versteckt sein können. Da die Karte aber relativ groß ist, gibt es sehr viele Tunnel, welche als Schnellreisesystem fungieren und mit denen ihr euch über die Karte hin und her „teleportieren“ könnt.

Vita Pets

Steuerung

Bis jetzt klang alles noch sehr positiv, doch das war nur die grobe Umrandung von dem, was euch in dem Spiel an Möglichkeiten erwartet. An der Umsetzung hapert es dann doch teilweise. Zunächst einmal ist die Steuerung des Spielers beim Erkunden der Welt sehr nervig, oftmals bleibt man hängen und muss sich neu orientieren. Nach ein paar Mal geht einem das wirklich auf den Keks, auch wenn es neben dem linken Stick auch die Option gibt mit dem Touchpad zu laufen. Außerdem hängt sich das Spiel öfters einmal auf, was durch gut gesetzte Speicherpunkte nicht so tragisch ist, beim dritten oder vierten Mal dann aber doch nervt. Die einzelnen Aktivitäten sind zwar ebenfalls alle tolle Ideen, doch in der Umsetzung sehr mager. Frisbees wirft man eigentlich immer nur auf die Zielmarkierung, auch wenn man teilweise einen Winkel einbauen kann, beim Wasserspiel ändert sich dabei auch nicht viel, den Ball bzw. das Stöckchen wirft man auch immer wieder nur und wartet bis es der Hund zurückbringt und beim Zerrspielzeug folgt man auch nur stumpf ein paar Linien. Ebenfalls verläuft das Duschen immer gleich: Erst Abwaschen, dann Seife, Schrubben und nochmal Abwaschen. Keine Variationsmöglichkeit. Der Hindernis-Lauf, welcher eigentlich wirklich vielversprechend ist, entpuppt sich auch als immer wiederholender Lauf. Zwar kann man ihn ausbauen, doch dies ist innerhalb ein paar Minuten erledigt und ab da an läuft man immer die gleiche Route. Auch hier wieder: Keine Variationsmöglichkeit. Wenn der Hund dann noch nach jeder Kleinigkeit wieder anfängt zu sagen, dass er durstig ist, so macht das auch keinen Spaß immer wieder in den Shop zu laufen und ihm frisches Futter und Wasser zu geben, damit er nach zwei Minuten wieder anfängt zu quengeln. Zumal dies neben der Geschichte und dem Gassi-Gehen die einzigen Spieloptionen sind. Wenn man doch noch die einzelnen Fertigkeiten des Hundes auf die höchste Stufe bringen muss, bedeutet das: Grinden, grinden, grinden. Und wenn man den Hindernislauf, der sich nicht verändert, dann wirklich zehn Mal hintereinander machen muss, um in der Geschichte voran zu kommen, dann ist das Ganze sicher nicht motivierend. Einzig das Schnüffel-Spiel bringt einem ein wenig Abwechslung, da hier verschiedene Sachen beim Graben hervorkommen und sich die Stellen durchaus verändern. Je höher man im Rang steigt, desto mehr Stellen findet man, beispielsweise auch durch das Folgen einer Fährte. Ebenfalls ein nettes Feature: Man kann für Online-Freunde ebenfalls Dinge vergraben, diese bekommen dann eine Benachrichtigung und können sich auf die Suche nach dem Gegenstand machen.

Grafik, Sound & Atmosphäre

Um mal wieder zu etwas positivem zu kommen: Die Grafik des Spiels geht vollkommen in Ordnung, einzelne Gebiete wie die Wassermühle oder der Thronsaal sehen wirklich schön aus. Die Hunde sind auch detailliert und wirklich knuffig anzusehen, zumal die Hintergrundmusik ebenfalls gut ausgewählt ist. Erreicht man dann nach einem Rätsel eine Truhe, kommt richtig schöne Atmosphäre bei der einklingenden Musik auf. Außerdem rundet die Synchronstimme des Königs den Eindruck der Geschichte von Castlewood gut ab. Nervig können aber auf Dauer dann aber die Synchronstimmen der Hunde werden, wenn sich diese irgendwann nur noch wiederholen oder am rumquengeln sind, man solle sie doch bitte alle zwei Minuten füttern. Dies tut der Atmosphäre einen kleinen Abbruch, doch Kinder sollte dies nicht groß stören.

PlayStation Vita Pets Screenshot 2

Was fehlt?

Das Spiel macht einiges gut, doch meistens sind es nur die Ansätze. Ein Park mit anderen Hunden oder gar ein Online-Park wäre sicherlich schön gewesen, außerdem hätten es ruhig mehr Objekte zum Spielen mit dem Hund sein können, damit es nicht ganz so monoton wird. Außerdem ist der Hindernislauf auch viel zu eintönig, hier fehlen Variationsmöglichkeiten der einzelnen Objekte oder die Möglichkeit selber einen Kurs aufzubauen. Dazu hätte es auch ruhig einen Wettbewerb geben können, in welchem man gegen andere Hunde antritt. Dies hätte es ruhig auch bei anderen Aktivitäten geben können oder eine Art Highscore, den man schlagen muss. Denn motivierend sind die Aktivitäten nach 5-6 mal spielen allesamt nicht. Außerdem hätte die Geschichte ruhig ein wenig länger gehen können, denn auch wenn man erst nach guten 15-20 Stunden Spielzeit durch sein sollte, so gibt es danach eigentlich nichts mehr, wofür es sich zu spielen lohnt. Und das ist schade. Als Sammelfaktor gibt es die insgesamt 30 Wappen, 30 Münzen sowie alle 70 Schnüffelstellen zu finden, was wirklich motivierend ist. Als Kind würde ich mich dann aber doch leicht veralbert vorkommen, wenn einem dies außer jeweils einer Trophäe nichts bringt. So fordert der König einen per Brief doch auf, diese zu sammeln, nur damit es dafür nicht einmal eine Filmsequenz als Belohnung gibt. Wirklich schade.

Lerneffekt

Da das Spiel ja durchaus für Kinder ausgelegt ist, so darf man den Lerneffekt des Spiels nicht außer Acht lassen. Man muss Kumpel-Punkte sammeln, sich also gut mit seinem Haustier verstehen, damit man ihm neue Tricks beibringen kann oder mit ihm neue Aktivitäten unternehmen kann. Das zeigt dem Spieler, dass man viel Zeit mit seinem Haustier verbringen muss, um eine gute Freundschaft zu entwickeln. Wenn man irgendwo in der Geschichte nicht weiter kommt, weil beispielsweise die Sprungfähigkeit eures Tieres noch nicht groß genug ist, damit es über eine Rampe springen kann, so muss man dies eben mit seinem Hund trainieren. Denn nur wer fleißig ist und für sein Ziel kämpft, der wird auch belohnt. Schafft man zum Beispiel anschließend ein Rätsel, wird man mit tollen Sachen und neuen Abenteuern belohnt. Ist man fleißig und erschnüffelt viele Gegenstände, der kann sich im Laden dann auch neue Sachen kaufen. Verkauft man etwas, was einem nicht mehr gefällt, so kann man sich dafür etwas anderes kaufen. Möchte man dann etwas Neues anziehen, so muss man auch sauber sein und sich im Notfall vorher dafür duschen. Wenn man das Häufchen seines Hundes nicht wegmacht, so bekommt man eine Geldstrafe erteilt. Der Hund fordert immer wieder, dass man ihm Trinken und Futter gibt, da dies elementar für den Hund ist, auch wenn es keine Auswirkungen auf den Hund hat, Sterben oder sonstiges kann der Hund nicht. Auch wenn dies plumpe Beispiele sind, so hat das Spiel durchaus einen Lernfaktor, der nicht zu verachten ist.

Fazit

Durchwachsen. Das Spiel bietet wirklich gute Ansätze, doch geht meistens nicht darüber hinaus. Die Geschichte von Castlewood sowie die Schnüffel- und Sammelaktivitäten in der offenen Welt reißen es am Ende dann doch hinaus, sodass ein positiver Eindruck entstehen kann. Hat man die Geschichte allerdings durchgespielt, bei welchem auch viele Grind-Passagen zum Weiterkommen notwendig ist und dann auch noch alle Sachen gesammelt hat, so bietet das Spiel nichts weiter. Das ist wirklich schade, denn beim Pendant Nintendogs waren es eben die Kleinigkeiten, die den Spaß bereitet haben. Demnach hat man dieses Spiel dann auch sehr lange gespielt, Playstation Vita Pets ist nach 15-20 Stunden beendet und bietet auch nach Komplettierung keinen Wiederspielwert. Kinder, die dieses Spiel spielen, lernen dabei aber doch einiges und können sich auch bestimmt besser vorstellen, mit einem Haustier umzugehen. Wenn die Synchronstimme des Hundes dann aber zum hundertsten Mal nach Nahrung keift, er aber nicht einmal auf seinen Namen hören will, man wieder einmal an einer Ecke festhängt und nicht weiterkommt und sich das Spiel dann noch einmal aufhängt, dann ist man doch froh, wenn es vorbei ist. Auch wenn es nach monotonem Start stetig besser wird und im Endeffekt die Geschichte dann aufhört, wenn sie am meisten Spaß macht. Abschließend ist noch zu erwähnen, dass es wohl nicht der erhoffte Systemseller wird. Für Kinder zu empfehlen, Erwachsene sollten sich den Kauf zweimal überlegen. Bei einem Verkaufspreis von nur 29,99€ sollte es für Jeden aber auf jeden Fall einen Blick wert sein. Denn wer  auf diese Art von Spiele steht, der wird, wenn auch kurzfristig, auch seinen Spaß mit Playstation Vita Pets haben.

Geschrieben von Cesc23

70 Wertung
Gameplay: 7/10
Grafik: 8/10
Sound: 7/10
Steuerung: 6/10

große Karte mit vielen Entdeckungsmöglichkeiten | schöne Umgebungen | tolle Geschichte | vier verschiedene Rassen zur Auswahl | Lerneffekt für Kinder

Aktivitäten zu monoton | Grinden zum Weiterkommen notwendig | Synchronsprecher nerven nach kurzer Zeit | Mikrofon funktioniert so gut wie gar nicht | umständliche und haklige Steuerung


DEINE SPIELBEWERTUNG


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