Hometown Story

Mit dem neuesten Ableger des Harvest Moon Franchises begehen das Entwickler Studio Natsume und der Erschaffer der Serie Yasuhiro Wada einen etwas anderen Weg. So gilt es in Hometown Story: The Family of Harvest Moon nicht mehr die Felder zu bewirtschaften, Tiere zu züchten und Kreuzungen der Aussaat auszutüfteln, sondern nun verschlägt es den Spieler hinter den Tresen eines Shops, in dem dieser den Einwohnern eines kleinen Dörfleins Items verkaufen muss. Eine Idee die nicht neu aber vielversprechend ist, an der Natsume allerdings leider an einigen Problem hängen zu bleiben scheint, da man sich offenbar weigert Risiken einzugehen.

Game Info

NAME: Hometown Story

ENTWICKLER: Rising Star Games

PUBLISHER: Kochmedia

PLATTFORM: 3DS

GENRE: Simulation

ERSCHEINUNGSDATUM: 02.05.2014

Mein eigener Laden

In Hometown Story bezieht ihr zum Spielbeginn einen kleinen Laden und müsst fortan Items sammeln oder diese bei örtlichen Händlern erwerben und an die Einwohner des kleinen Dorfes verkaufen um einen satten Profit zu erwirtschaften. Zunächst gilt es allerdings euren Laden mit Tischen auszurüsten, auf denen die Waren ausgestellt werden können. Pro Tisch ein Item und sobald dieses drauf liegt, kann auch noch der Preis entsprechend angepasst werden, was durchaus sinnvoll ist. Allerdings begegnet uns auch hier das erste kleine Problem: Es gibt keine Funktion die Preise speichert. Sprich wenn ihr eine Erdbeere auf 200 Geldeinheiten setzt und diese verkauft wird, dann wird die nächste platzierte Erdbeere wieder zum Standardpreis ausgeschrieben und muss manuell auf bspw. 200 geändert werden. Auch wird pro Platz tatsächlich nur eine Einheit platziert, egal wie viele Exemplare ihr euer Eigen nennt. Diese ganze Geschichte mag zum Spielbeginn noch relativ unproblematisch wirken, aber sobald ihr euren Laden ausgebaut habt und dutzende von Items gleichzeitig anbietet, kann dies äußerst lästig werden. Einige Mechaniken die sich der Entwickler durchaus besser hätte überlegen können.

Das Dorf in Hometown Story hat zum Spielbeginn nur eine begrenzte Anzahl an Einwohnern. Mit zunehmendem Erfolg eures Ladens ziehen allerdings immer mehr Charaktere hinzu, die allesamt ihre eigene kleine Geschichte anhand von Events zu erzählen haben. Währen diese Charaktere allerdings nicht derart klischeehaft und oberflächlich, hätte man hier tatsächlich stark punkten können. Stattdessen bekommen wir es mit einem weiblichen Airhead, einen Sherlock Holmes Verschnitt und unter anderen auch einer kleinen Hexe die sich an Magie übt und daran immer wieder scheitert zu tun. Neben diesen Story-Charakteren gibt es zudem auch noch zahllose passive Charaktere, die euren Laden besuchen und so künstlich für guten Kundenzustrom sorgen, sonst aber nichts mit euch am Hut haben. Spricht man diese an, so teilen sie euch auch mit was sie gerne kaufen würden, und tatsächlich haben alle Charaktere des Spiels auch gewissen Lieblingsitems. Dies wirkt dann jedoch etwas kurios wenn ein passiver Charakter euch erzählt, dass er unbedingt die Axt haben will und wenn ihr diese dann zum Verkauf anbietet, der Charakter den Laden einfach frustriert verlässt, weil dieser nix passendes gefunden hat.

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Zu seichtes Gameplay

Während der erste ingame Monat noch relativ spannend und teils auch süchtig machend daherkommt, so flacht das Gameplay im Verlauf des Spiels dann doch immer mehr ab. Sicherlich bekommt man immer wieder das ein oder andere Event präsentiert, aber der Tagesablauf ist dann im Endeffekt doch zu eintönig. Der Shop wird um 6 Uhr in der früh geöffnet und fortan verbringt ihr in diesem auch die meiste Zeit des Spiels und verkauft eure Waren.

Ihr könnt den Laden aber auch jederzeit verlassen und die doch relativ umfangreich ausfallende Gegend erforschen. Hier trefft ihr zu unterschiedlichen Tageszeiten und je nach Wetterbedingungen unterschiedliche Charaktere und hin und wieder erlebt ihr auch diverse Events und könnt Früchte oder bspw. Pilze und Kräuter sammeln. Was die Events jedoch angeht, so setzt man hier mehr auf den Zufallseffekt, sodass der Spieler gezwungen ist gelegentlich eine Runde im Dorf zu drehen um zu schauen ob nicht irgendwo ein Event ausgelöst wird. Wann und warum diese erscheinen bleibt in der Regel unklar, was wiederrum in Verwirrung resultiert.

Gelegentlich die heimischen vier Wände zu verlassen ist übrigens sehr sinnvoll, da ihr euch so auch bei Händlern des Dorfs mit Waren eindecken könnt, die dann teurer weiterverkauft werden können. Um 14 Uhr solltet ihr jedoch nicht den Händler verpassen, der euch im Laden besuchen kommt, denn dieser bietet immer einige wichtige Eventitems an.

Seltsame Arbeitsbedingungen

Um Diebstahl braucht ihr euch übrigens keine Sorgen machen wenn ihr euren Laden verlasst. Im Gegenteil, kurze Ausflüge sind äußerst praktisch, da die Kunden gerne brav mal ne Stunde am Tresen auf euch warten, so dass sich ordentliche Schlangen bilden. Warum dies sinnvoll ist? Wenn ihr genügend Kunden in einem Rutsch abfertigt, dann erhaltet ihr Boni, die ab 10 Kunden sogar auf das dreifache des ursprünglichen Preises anwachsen können! Dies hat aber auch einen ordentlichen Haken: Gewiefte Spieler verdienen sich so in kürzester Spielzeit eine wahrhaft goldene Nase. Ob das so geplant gewesen ist wagen wir zu bezweifeln, denn das Balancing wird dadurch nahezu ruiniert. Auch fallen die Arbeitszeiten etwas kurios aus: So beginnt der Arbeitstag um sechs in der früh und endet um Mitternacht und selbst am Wochenende ist geöffnet – Das nennen wir einen knallharten Wettbewerb, auch wenn die Konkurrenz zu wesentlich humaneren Zeiten im Spiel arbeitet.

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Fazit:

Mit Hometown Story hat man einen richtigen Weg eingeschlagen, ist aber auf halber Strecke davon abgekommen. Einen Laden zu verwalten ist kein sonderlich neues Spielprinzip, bietet aber unglaubliches Potential, welches hier aufgrund teils fehlender Mechaniken, einem unbalancierten Finanzsystem und fehlender Risikofreude mehr schlecht denn recht funktioniert. Um wirklich zu punkten geht der Titel einfach nicht weit genug und der Spieler bekommt es so zu sehr mit lästigen, sich wiederholenden Aufgaben zu tun und einer recht unspektakulären kleinen Welt. Für eine etwas jüngere Generation an Gamern mag das Spiel noch geeignet sein, nicht zuletzt da der sehr süße Grafikstil bei diesen sehr gut ankommen dürfte, was jedoch erfahrene Spieler und Fans von Harvest Moon Spielen angeht, so sollten diese hier vielleicht nicht allzu weit über den Tresen greifen…

65 Wertung
Gameplay: 6/10
Grafik: 7/10
Sound: 7/10
Steuerung: 6/10

Süße Grafik | Zahllose Events und Charaktere | Nettes Shopsystem ....

Auf Dauer zu monoton | Kameraführung oft sehr ungünstig | … dem der spielerische Komfort fehlt


DEINE SPIELBEWERTUNG


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