Fifa 15

Als treuer Fifa-Anhänger der seit Jahren kein Fifa mehr verpasst hat, bin ich natürlich besonders glücklich, dass mir die Ehre zuteilwurde, den neuen Ableger zu testen. Dieser Test wird sich aber größtenteils auf die Playstation 3 Version beziehen – die Next-Gen Version von Fifa 15 setzt überall natürlich noch eine Schippe drauf, da man durch der verbesserten Hardware bedingt das Spielerlebnis verbessern konnte. Da ich aber nicht PS3 und PS4 Version besitze, kann ich nicht detailliert drauf eingehen, weshalb wir es bei einer umfangreichen PS3 Rezension lassen. Nun aber zu unserem Test!

Game Info

NAME: Fifa 15

ENTWICKLER: EA Canada

PUBLISHER: EA

PLATTFORM: PS3, PS4

GENRE: Sport

ERSCHEINUNGSDATUM: 25. 09. 2015

Die Spielmodi – Keine Änderungen?

Nach dem Einlegen der Disk musste ich mich zunächst fragen: Habe ich die falsche CD erwischt? Bis auf farbliche Anpassungen hat sich im Design nichts getan, die Menüführung sieht exakt so aus wie schon im Vorgänger. Die Möglichkeiten die man hat sind relativ umfangreich – enthalten aber kaum Änderungen zum Vorgänger. Das altbewährte Ultimate Team, Saisons sowie Koop-Saisons, der FIFA Interactive World Cup sowie Virtuelle Bundesliga und selbstverständlich Freundschaftsspiele werden als Online-Spielmodi angeboten. Zu Letzterem kann man sich auch in Spiellobbys Gegner unter speziellen Anforderungen suchen. Offline kann man sich mit dem klassischen Anstoß-Modus, einem Turniermodus oder einer Karriere – als Trainer oder als Spieler – vergnügen. Dazu kann man sich seinen eigenen Pro als Spieler oder Torwart erstellen, den Online Pro Club gibt es in dieser Version aber leider nicht mehr. Zudem gibt es auch wieder die normale Arena und überarbeitete Skill-Spiele. Wirklich neu ist nur das Grundlagentraining, was allerdings lediglich aus vier kurzen Skill-Spielen besteht und einem das Spiel nicht wirklich näher bringt. Um das Ganze zu vervollständigen: Man sucht sich ebenfalls wieder seinen Lieblingsclub aus und kann echte Begegnungen nachspielen, dazu Highlights der Woche und Matchday-Challenges absolvieren, die aktuell gehalten werden. Für den Abschluss bekommt man dann Münzen, die man im Katalog für diverse Sachen einsetzen kann. Vereinsbezogene aktuelle News erfährt man hier ebenfalls, was ein nettes Feature ist. Mit dem Comeback des Turniermodus gibt es immerhin eine richtige Neuerung – der Rest ist bekannt. Die vorhandenen Änderungen und Definitionen der verschiedenen Spielmodi findet ihr im Anhang zum Aufklappen in den verschiedenen Reitern.

Ultimate Team

Ultimate Team

Seit Fifa 12 wird der Modus immer beliebter und ist mittlerweile der am meist gespielte Modus in der Fifa Reihe. Doch worum geht es in Ultimate Team? Man bekommt ein Anfangs-Team gestellt und muss dieses ständig verbessern. Dazu kann man Offline-Saisons aber auch Online-Saisons spielen, die so aufgebaut sind wie auch die klassischen „Saisons“. Zudem gibt es auch Turniere, die unterschiedliche Anforderungen haben und es ständig Neue zur Auswahl gibt. Natürlich kann man aber auch gegen Freunde spielen oder Einzelspiele machen, aber es gilt: Je besser man spielt, desto mehr Münzen bekommt man. Je mehr Münzen man bekommt, desto bessere Spieler kann man sich kaufen. Dabei wird in Bronze-, Silber- sowie Goldspieler unterschieden – je nach Stärke. Doch man muss aufpassen: Die Spieler müssen miteinander harmonieren, sprich aus der gleichen Liga oder dem gleichen Land stammen, und auf ihrer richtigen Position eingesetzt werden, um das Beste aus ihnen herauszukratzen. Ebenfalls haben Spieler nur eine bestimmte Anzahl von Verträgen sowie auch Fitness-Werte, die durch Pausen oder Verbrauchsobjekte wieder aufgestockt werden müssen. Selbstverständlich kann man Spieler auf dem Transfermarkt auch verkaufen – das eingenommene Geld dann entweder in neue Spieler investieren oder auf die Glücksgöttin vertrauen und in Packs investieren, wo mit viel Glück tolle Spieler enthalten sein können. Es gibt auch jede Woche neue formstarke Spieler, die in den Packs sein können und stärker als die normalen Varianten – dementsprechend aber auch kostenintensiver – sind. Wer künstlich nachhelfen möchte, kann Packs auch gegen Echtgeld erwerben, doch jeder muss so spielen, wie er es für richtig hält.

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Nachdem vergangenes Jahr die verschiedenen Chemie-Stile dazugekommen sind – Sniper verbessert zum Beispiel die Schussstärke und Dribbling enorm, Basic hingegen verbessert alle Fähigkeiten ein wenig – gibt es dieses Jahr auch wieder ein paar kleine Veränderungen. Das neue Dream Squad-Tool verspricht einem eine bessere Teamplanung, schlägt aber viel zu starke Spieler vor und dient wenig als Hilfe – vor allem Anfänger werden hier überfordert sein. Speichert man Mannschaften von Gegnern – ebenfalls ein neues Feature – und beschäftigt sich wirklich intensiv damit, könnte es hilfreich sein, doch die Arbeit ist es unserer Meinung nach nicht wert, also findet lieber für euch selbst heraus, was in euer Team passt. Ebenfalls neu sind Freundschaftsspiel-Saisons, durch die man einen richtigen Wettkampf gegen einen Freund ausführen kann – unverständlich warum es bisher fehlte und demnach eine sinnvolle Erweiterung. Zudem gibt es jetzt Leihspieler, die man für einige Spiele erwerben kann. Je stärker der Leihspieler, desto weniger Spiele steht er zur Verfügung. Hat man also ein wichtiges Pokalfinale vor sich, lohnt es sich durchaus beispielsweise Manuel Neuer für dieses Spiel zu verpflichten. Allerdings erfordern diese Spieler ein hohes Fifa-Level und kosten auch einiges an Kohle, man sollte es sich also lieber zweimal überlegen, ob es dies auch wert ist. Gab es in Fifa 14 noch unnormal viele Tore durch Eckbälle und Flanken, so wurde dies in diesem Jahr abgeschwächt und das Kopfball-Attribut der Spieler durch ein neues ersetzt: die Physis. Dieses macht sich schon ein wenig auf dem Spielfeld bemerkbar, allerdings auch nur wenn man darauf achtet. Legt man aber Wert auf zweikampfstarke Spieler mit einer guten Ausdauer, so dient dieser Wert dafür als guter Anhaltspunkt. Ansonsten wurde nicht viel verändert: Der Menüaufbau und sonstige Funktionen bleiben gleich, lediglich die Suche im Transfermarkt wurde ein wenig überarbeitet und leichter gestaltet, ansonsten bleibt sich der Modus treu – Und der Beliebtheit dieses Modus nach zu urteilen macht er damit nicht viel falsch.

Saisons & Koop-Saisons

Saisons & Koop-Saisons

Dieser Modus ist in einem Liga-Prinzip aufgebaut: Man startet in der zehnten Liga und muss sich Punkte erspielen, um aufzusteigen. Dabei hat man immer zehn Spiele zur Verfügung und muss eine bestimmte Punktzahl erspielen um aufzusteigen, den Ligatitel zu holen und in späteren Ligen dann um den Abstieg zu vermeiden. Dies wird von Liga zu Liga natürlich schwieriger, im Katalog kann man sich aber Gegenstände wie Siege, Unentschieden oder Extra-Spiele für Münzen kaufen, sollte man Probleme haben. Möglich ist es außerdem mit einem Gast lokal zu zweit Online-Saisons zu spielen, was sehr viel Spaß, aber auch Frust bereiten kann. Bei den letztjährig eingeführten Koop-Saisons spielt man hingegen mit einem Online-Freund zusammen gegen ebenfalls zwei andere Online-Gegner. Ärgerlich wird es nur, wenn dann bei einem Spieler die Verbindung abbricht. Neuerungen gibt es bei diesen Modi allerdings keine zum Vorjahr.

FIFA Interactive World Cup & Virtuelle Bundesliga

FIFA Interactive World Cup & Virtuelle Bundesliga

Diese beiden Spielmodi sind nur auf Playstation 3 bzw. nicht auf NextGen-Konsolen verfügbar. Im Prinzip sind sie wie „Saisons“ aufgebaut, allerdings hat man jeweils immer nur 30 Tage bis zum Monatsende Zeit 90 Spiele zu absolvieren. Dabei kann man – wenn man gut ist – tolle Preise gewinnen. Es ist also wie ein weltweiter (World Cup) bzw. nationaler (Bundesliga) Wettkampf, in dem man sich beweisen und in Bestenlisten spielen kann. Schade nur, dass die neue Konsolengeneration davon gänzlich ausgeschlossen ist.

Online-Freundschaftsspiele

Online-Freundschaftsspiele

Ganz klassisch kann man natürlich auch mit seinen Freunden online spielen – oder sich in Spiellobbys treffen um Gleichgesinnte zu finden. Dabei kann man dann Mannschaften, Spiellänge, Geschwindigkeit und Steuerung so einstellen, wie man auch spielen möchte. Und mit ein wenig Glück findet man dann auch relativ schnell Leute, die ebenfalls zu diesen Bedingungen spielen möchten.

Anstoß

Anstoß

Hierzu braucht man denke ich nicht viel sagen. Man hat die Möglichkeit gegen die KI oder mit bis zu sieben lokalen Mitstreitern mit Mannschaften aus der ganzen Welt zu eigenen Einstellungen und Regeln zu spielen.

 Spieler- & Trainerkarriere

Der Aufbau des Menüs gleicht dem aus dem Vorgänger und auch ansonsten gibt es ähnliche Zeitungsberichte, hier und da ein paar veränderte Mails, insgesamt ändert sich am Kernprinzip nicht viel. Immerhin kommen Spieler manchmal nicht, wenn sie denken sie haben in deinem Team keine Chance oder wissen wann man sie anlügt, sprich ihnen einen Stammplatz verspricht, obwohl sie deutlich unter dem Team-Durchschnitt sind. Ansonsten verwaltet man sein Team, macht Transfers, muss diese aber vorher scouten um genaue Stärken herauszufinden. Mit einer Neuerung im globalen Scouting Netzwerk hat man auch die Möglichkeit, sein Team analysieren zu lassen und demnach für das Team passende Spieler zu finden. Sehr nützlich, wie wir finden. Man kann Spieler auch tauschen, Verträge verlängern und sein Budget beliebig verschieben. Natürlich muss man seine erhaltenen Ziele auch erreichen und wenn man gut ist bekommt man einen Nationaltrainerposten angeboten. Dabei positiv neu ist eine verbesserte Anpassung der Spielerstärken – das heißt junge Spieler entwickeln sich bei vielen Einsatzzeiten besser und ältere Spiele knicken im Alter nicht komplett ein. Die Suchfunktion wurde hier ebenfalls ein wenig überarbeitet und funktioniert ein wenig schneller, zumal man eine bessere Übersicht bekommt.

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Ansonsten ändert sich im Gegensatz zum Vorgänger leider sehr wenig, das Simulieren zwischendurch dauert relativ lang und die gesamte Inszenierung wirkt leider lieblos. Vor allem in der Spielerkarriere hat man kaum Möglichkeiten etwas zu unternehmen, man bekommt von seinen Mitspielern keine Anweisungen, der Kapitän nimmt sich einen nicht zur Brust und auch sonst ist die Bewertung wieder sehr zufällig, beispielsweise bekommt man für einen Fehlpass auch noch eine Notenverbesserung. Vor allem bei Fifa WM 2014 hat man doch gesehen, dass es besser geht: Der Kapitän redet auch mal mit einem und man kann zwischendurch Trainingseinheiten mitmachen, um bestimmte Werte zu verbessern. Dies fehlt leider alles, wodurch dieser Modus noch steriler als die Trainerkarriere ist. Als Trainer hat man dennoch viele Möglichkeiten und der Modus kann trotz einiger fehlender Möglichkeiten viel Spaß machen, zumal er im Gegensatz zur Vorjahresversion auch ein paar nette neue Features hat.

Turniermodus

Immerhin fand der Turniermodus den Weg zurück ins Spiel, auch wenn man sich fragen muss, warum dieser überhaupt einmal herausgefallen ist. Hier kann man entweder selbst Turniere mit bis zu 64 Mannschaften im Pokal- oder Liga-Modus erstellen oder vorhandene echte Turniere wie den DFB-Pokal aus 27 verschiedenen Ländern auswählen. Das gefällt uns!

Skill-Spiele & Arena

Die Arena ist mittlerweile seit fünf Jahren fest integriert: Wartet man vor einem Online-Spiel, so spielt man 1 gegen 1 mit dem Torwart und versucht Tore zu erzielen. Natürlich kann man auch auf die Seite des Torwarts wechseln und Schüsse parieren. Was viele aber gar nicht wissen ist, dass man Trainingsspiele zu eigenen Konditionen ausführen kann. Sprich man kann auch als ganzes Team nur gegen den Torwart oder gegen weniger Gegner spielen. Zum Üben und Ausprobieren ist dies sehr nützlich, zudem kann man Standards wie Ecken, Elfmeter und Freistöße aus allen Positionen trainieren. In den Skill-Spielen hat man kleine Herausforderungen, die auch vor jedem Offline-Spiel auftauchen. Diese sind in verschiedene Kategorien wie Schießen, Passen oder Dribbeln aufgeteilt sowie in Bronze, Silber, Gold und Skill-Challenges unterteilt. Schafft man eine Stufe, steigt man zur nächsthöheren Stufe auf, bis man bei der Challenge eine schwer zu knackende Punktzahl zu erzielen hat. Wie bereits geschrieben verändern sich diese Jahr für Jahr und sind demnach zumindest zu Beginn noch abwechslungsreich und ein guter Zeitvertreib. Auch diesmal gibt es einige neue Herausforderungen, denen man sich stellen kann.

Anpassungsmöglichkeiten

Wer vielleicht noch nie eine Fußballsimulation gespielt hat oder gerade von der PES-Reihe wechselt, den interessieren natürlich auch die verschiedenen Anpassungsmöglichkeiten. Man kann Spiele von 4 bis 20 Minuten Halbzeitlänge durchführen, Schiedsrichter mit unterschiedlichem Verhalten – vom „harten Hund“ bis zum „Durchwinker“ – auswählen, das Gameplay der CPU sowie auch vom Benutzer beliebig anpassen – beispielsweise vom Usain Bolt zum Per Mertesacker in Sachen Geschwindigkeit  – sowie diverse Hilfen für dein Spiel aktivieren bzw. deaktivieren. Zumindest offline ist Tactical Defending beispielsweise kein Muss. Neben dem Pro kann man auch sonst neue Spieler erstellen sowie Spieler und Teams auch für beispielsweise den Karrieremodus bearbeiten. Im Replay Theatre kann man dann seine gespeicherten Wiederholungen anschauen und im Internet auch zur Verfügung stellen. Ebenfalls kann man die Menümusik durch eigene Tracks ersetzen und auch Dinge wie Tor- oder Einlaufmusik für seinen Verein individuell anpassen.

Fast wie eine Fernsehübertragung

Eines der wichtigsten neuen Features sollen die „Emotional Reactions“ sein und in der Tat: Hier hat sich EA wirklich bemüht. Die Spieler zeigen mehr Gesten, es gibt viele neue Torjubel und auch die Zuschauer werden öfter eingeblendet. „Feel the Game“ – Unter diesem Motto steht Fifa 15. Doch was davon ist wirklich eine Bereicherung? Zunächst sind die Gesten wirklich nett, doch oft unpassend und wirken künstlich – so regt sich ein Spieler beispielsweise über eine vergebene Chance auf, der Ball liegt aber direkt vor ihm und er geht nicht zum Ball. Ein Tor in der letzten Minute wird auch nicht überschwänglicher bejubelt als andere und das Spieler sich mal richtig aufregen und wild lamentieren – davon sehen wir leider so gut wie gar nichts. Wenn dann noch Schalke-Fans über ein Dortmunder Tor jubeln fragt man sich manchmal, ob diese Emotionen zufallsbedingt freigeschaltet werden. Aber das sind alte Fifa-Krankheiten, die es seit jeher gibt. Oft sind Gesten auch passend, zudem wirkt alles durch schwenkende Kamera und Wiederholungen von Toren und Paraden mitten im Spiel teilweise wirklich wie eine richtige Fernsehübertragung – wären da nicht die nervigen Kommentatoren. Nervig aber nur, weil es wieder nur wenig neue Sprüche gibt und EA sich nichts Neues einfallen lässt. Wenn man den gleichen Bratwurst-Spruch im fünften Jahr in Folge hört, so geht dies einem dann auch irgendwann auf den Keks. Wer gute Englisch-Sprachkenntnisse besitzt, der hat zumindest die Möglichkeit die Kommentatoren zu wechseln oder auch ganz abzuschalten. Leider sehen die Fans auch oft gleich und unscharf aus, doch das wird wohl nur auf der PS3-Version der Fall sein.

Gameplay

Für mich persönlich eine der wichtigsten Änderungen sind die Grätschen, bei der man nun bei erfolgreicher Nutzung den Ball auch häufiger in Besitz hält, anstatt ihn direkt wieder zu verlieren, sie zeitgleich aber auch schwerer werden. Zudem gibt es taktische Neuerungen, bei denen man sich im 16er verriegeln kann oder auf den totalen Angriff überwechselt – Ein Feature was sehr nützlich sein kann. Generell gibt es taktisch mehr Möglichkeiten als im Vorgänger, mit denen man herumspielen kann. Allerdings ist dies leider nicht so umfangreich wie bei der NextGen-Version. Bei Ecken kann man nun beispielsweise auch vom Schützen wegwechseln und sich anbieten, was das Ganze lebendiger macht. Die Ballphysik soll insgesamt auch realistischer wirken, was man nur schwer bestätigen kann. Jedenfalls fühlt es sich etwas neu und anders an, zumal Stürmer es mit Sprintbewegungen gegen die Abwehr auch deutlich leichter haben. Für unseren Geschmack leider auch ein wenig zu leicht, wodurch das Verteidigen schwerer fällt. Kommen wir nun noch zu den hochangepriesenen Torwart-Aktionen, die neu im Spiel enthalten sein sollen. Es gibt neue Paraden sowie auch neue Bewegungen, außerdem ist es schwieriger den Torwart im 1:1 zu überwinden. Auf der anderen Seite passieren aber trotzdem noch die gleichen Fehler wie im Vorgänger: Distanzschüsse sind zu mächtig und Abpraller zu häufig, wodurch oft ärgerliche Abstauber-Tore fallen. Auch wenn es manchmal übertrieben wirkt, spielen die Torhüter wie Manuel Neuer jetzt auch besser mit und unternehmen durchaus auch riskante Ausflüge, ohne dass man sie manuell dazu aufgefordert hat. Trotz allem ist es schön zu sehen, dass daran gearbeitet wird, auch wenn ich mir persönlich etwas mehr versprochen habe. Ansonsten bleibt das Spiel im Kern gleich – und sonderlich viel zu meckern gibt es ja im Bezug zum Gameplay schon lange nicht mehr.

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Grafik & Sound

Grafisch ist das Spiel an seine Grenzen getrieben: Gesichter sehen beispielsweise noch einen Tick besser aus als in Fifa 14 und Emotionen werden dabei besser übermittelt. Doch die Playstation 3 ist damit auch ausgereizt, demnach darf man auch einfach keine PS4-Grafik verlangen. Wie bereits erwähnt gibt es viele Fan-Klone und leider sind tolle Neuerungen wie das Verschmutzen von Trikots und Abnutzen des Rasens hier nicht gegeben. Dafür überzeugt der Sound wieder einmal, denn auch dieses Jahr wurden passende Soundtracks ausgewählt, mit denen ich mich persönlich wieder anfreunden kann – aber das ist natürlich eine subjektive Meinung. Die bereits angesprochenen Veränderungen von Tormusik etc. ist zudem auch wieder ein positives Schmankerl, negativ stehen dem Gegenüber die sich immer wiederholenden Sprüche von Frank Buschmann und Manni Breuckmann.

Probleme & Bugs

Ja, auch Fifa 15 läuft nicht immer reibungslos. So gibt es leider wieder einige Bugs, die vor allem Trophäen betreffen. So sind viele wie „Schieße ein Tor mit der Picke“ reiner Zufall, andere wie der Aufstieg beim Saisons-Modus aber leider verbuggt, da die Trophäen sich hier einfach nicht freischalten. Zudem hatte ich selbst auch immer das Problem, dass ich trotz guter Internetverbindung kein Ultimate Team Spiel ins Menü zurückgebracht habe. Die Spiele wurden zwar zu Ende gespielt, aber dann kam jeweils eine Fehlermeldung, die einen aus Ultimate Team warf und man so keine Münzen erspielen konnte. Solche elementaren Probleme sollten eigentlich nicht auftreten.

Lizenzen

Kurz vor Schluss gehe ich noch auf die Lizenzen ein. Diese sind wieder einmal sehr umfangreich, mit der  Süper Liga feiert auch die türkische Liga ihr Comeback. Insgesamt werden 35 lizensierte Ligen mit mehr als 600 Vereinen und über 16.000 Spielern in 41 originalen Stadien zur Verfügung gestellt. 21 davon sind aus England selbst, damit sind diese vollständig. Schade finden wir diese Bevorzugung, denn auch Torlinientechnologie gibt es nur in dieser Liga, zumal dort auch die authentischste Stimmung herrscht. Doch wenn so etwas exklusiv für England gemacht wird – schön. Ich spiele zum größten Teil mit deutschen Clubs, demnach interessiert mich das recht wenig. Ich hoffe allerdings, dass dies im nächsten Fifa auf mehr Ligen ausgeweitet wird, damit auch ein größeres Publikum erreicht wird.

Das neue Team-Management

Zu guter Letzt möchte ich noch auf das überarbeitete Team-Management eingehen. Sprach ich bisher immer davon, dass alles wie im Vorgänger aussieht, so ist dies einer der wenigen Punkte, die wirklich überarbeitet worden sind. Zumindest von der Darstellung her fühlt es sich zunächst ungewohnt an, man hat keine Liste mehr, sondern die Spieler direkt auf einem grünen Feld aufgelistet und kann sich per Knopfdruck Ersatzspieler vorschlagen lassen. Taktiken, Formation wie auch Spielerrollen werden ebenfalls anders dargestellt, verändern sich aber inhaltlich nicht zum Vorgänger. Neu ist eine Grafik, die Stärken und Schwächen der jeweiligen Fähigkeiten darstellt sowie Anweisungen, die man den einzelnen Spielern geben kann, wodurch sie im Spiel beispielsweiser defensiver agieren und weniger Vorstöße wagen. Insgesamt kann das neue Layout auf jeden Fall überzeugen, auch wenn es inhaltlich nur wenige Neuerungen mit sich bringt.

Fazit

Insgesamt betrachtet ist es wieder ein solider Fifa-Titel geworden – ohne erhoffte Innovationen mit sich zu bringen. Ideenlosigkeit wurde vor allem bei den Spielmodi bewiesen, kleine Änderungen wurden jeweils aber vorgenommen. Mit dem Pro Club fehlt der PS3 Version ein wichtiges Element, dafür ist der von früher bekannte Turniermodus zurück. Auf dem Platz wurde mit den Emotional Reactions ein Grundstein gelegt, der durch Ungenauigkeiten und künstlichem Erscheinen allerdings deutlich ausbaufähig ist, aber dennoch eine gelungene Neuerung darstellt.  Der Karriere-Modus wirkt leider weiterhin steril und lieblos, weist aber wenigstens vereinzelte, teilweise nützliche, Neuerungen auf. Die Trophäen sind teilweise ziemlich verbuggt und die Kommentatoren nerven – dem gegenüber steht eine angemessene Grafik, ein guter Soundtrack und eine übersichtlichere Aufmachung des Team-Managements. Zudem gibt es wieder einmal ein riesiges Lizenz-Paket, leider mit Bevorteilung der Engländer. Gameplaytechnisch gibt es wieder mal Veränderungen – wie jedes Jahr ein paar sinnvolle und weniger sinnvolle Dinge, im Endeffekt ändert sich am eigentlichen Spiel aber nach Eingewöhnung nicht sonderlich viel. Aber das muss es auch nicht: Mit Fifa hat EA Sports einfach eine grundsolide Marke mit grundsolidem Gameplay, die sich zurecht auch immer wieder verkauft. Leider fühlt man sich mit der Zeit eher so, als würde man für regelmäßige – aber natürlich auch hochwertige – Updates bezahlen, da große Änderungen einfach ausbleiben. Gegen eine neue Grundidee in der Spielausrichtung oder einen neuen Modus wie damals mit Ultimate Team hätten die Spieler sicher nichts einzuwenden – Am Ende werde ich das Spiel aber wieder ein Jahr regelmäßig mit der stetig vorhandenen Hoffnung „Vielleicht ja nächstes Jahr“ spielen. Aber nicht falsch verstehen: Es wird immer realistischer und besser. Demnach werde ich auch dieses Jahr viele lustige Stunden mit Freunden und auch Online haben, denn das ist bei jedem Fifa garantiert.
(c) Fabian Biehl

85 Wertung
Gameplay: 9/10
Grafik: 9/10
Sound: 7/10
Steuerung: 8/10

großes Lizenz-Paket | mehr Emotionen | verbesserte Handlung der Torhüter | übersichtlichere Teammenü-Führung | angenehmer Soundtrack | überarbeitete Gesichter | Turniermodus feiert sein Comeback | Online-Modi weiterhin stark

Bevorzugung der englischen Liga | Einige Trophäenbugs | Karrieremodus immer noch zu steril | keine wirklich neuen Spielmodi | Virtuelle Bundesliga & Fifa World Cup nur auf der PS3 Version | kein Pro Club (PS3) | alte Kommentatoren-Sprüche


DEINE SPIELBEWERTUNG


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