Demon Gaze

Kadokawa Games, ein hierzulande relativ unbekanntes Entwicklerteam, liefern mit Demon Gaze endlich mal wieder ein Rollenspiel für die allseits vernachlässigte Vita. Der indirekte Nachfolger von „Students of the Round“ (erschienen für PC, XBOX360 und PSP) ist ein Dungeon Crawler mit Manga-Artworks. In Japan zur Veröffentlichung vor einem Jahr ganz gut weggekommen, stellt sich jetzt die Frage wie sich Demon Gaze auf dem westlichen Markt schlägt. Wir verraten euch im Test der US/EU-Version ob sich der Kauf lohnt.

Game Info

NAME: Demon Gaze

ENTWICKLER: NIS America

PUBLISHER: NIS America

PLATTFORM: Playstation Vita

GENRE: RPG

ERSCHEINUNGSDATUM: 25.04.2014

Der erste Tag als Demon Gazer

Am Anfang war die Charaktererstellung … so wie bei vielen RPGs. Die Wahl umfasst Geschlecht, Aussehen (vordefinierte Artworks), Stimme und Name. Da präsentiert das Spiel doch bereits selbst seine erste kleine Schwäche: Im Spielverlauf wird der Spieler immer in der männlichen Form angesprochen, auch wenn als Frau gespielt wird. Ökonomisch mag das sein, zuträglich für die Atmosphäre aber eher nicht. Also warum die Auswahl zu Beginn dann überhaupt?

Das Abenteuer beginnt nachdem der Hauptcharakter konfiguriert wurde. Der Held kommt in einem Dungeon zu sich und muss vor einer unbekannten Gefahr fliehen. Endstation der Flucht durch das Tutorial-Dungeon ist der Keller des Wirtshauses in dem ihr einen großen Teil eurer Spielzeit verbringt. Dort stehen euch nämlich sämtlicher Händler, Questgeber und Ausrüstungsverbesserungen zur Verfügung.

Schnell wird klar, dass ihr mit eurem besonderen Auge Dämonen kontrollieren könnt. Die Story bietet wenig Tiefe, auch wenn dies nicht allzu negativ auffällt. Die übliche Heldengeschichte von verlorenem Gedächtnis bis hin zur Mission das Böse zur Strecke zu bringen bildet den Rahmen.

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Gameplay

Neben dem Stützpunkt zum Regenerieren und dem nachgehen aller Geschäfte, spielt das durchsuchen der Dungeons die größte Rolle. Neben voraussehbaren Gegnerangriffen gibt es hin und wieder, wie aus einigen JRPGs bereits bekannt, zufällige Angriffe. Beim Verlassen eines Dungeons wird dieses außerdem zurückgesetzt. Ziel ist es natürlich die Quests zu erfüllen, was darauf hinausläuft alle Dämonen zu besiegen und einzufangen. Alleine wäre diese Aufgabe jedoch nicht möglich, also muss eine Gruppe von vier weiteren tapferen Gefährten aufgestellt werden. Nach und nach reicht das Geld zum mieten weiterer Zimmer im Wirtshaus, womit ein neuer Gefährte aufgenommen werden kann.

Alle Leveln gemeinsam vor sich hin, auch die gefangenen Dämonen erlangen somit neue Fähigkeiten. Neben diesen festgelegten Fähigkeiten lassen sich bei den Gefährten auch Statuspunkte vergeben. Erklärt wird dies für die einzelnen Klassen jedoch nicht. Ohne grundlegende RPG-Vorkenntnisse ist Demon Gaze keinesfalls spielbar. Die Hilfebildschirme sind teilweise zu knapp und ganze Themen bleiben unerklärt. Logisch ist es letztlich jedoch einen Blocker und Krieger in die erste Reihe zu stellen und dahinter Bogenshützen und Magier zu positionieren, denn die erste Reihe bekommt den Großteil der Angriffe ab.

Schnell wird auch erfahrenen RPG-Spielern klar, dass Demon Gaze kein Zuckerschlecken wird. Nur häufiges Speichern kann vor dem Wahnsinn bewahren, denn selbst die gezielte Auswahl aus den vier Schwierigkeitsgraden schützt nicht vor den zufälligen Gegnern. Die Schwierigkeit schwankt selbst auf dem leichtesten Grad so extrem, dass manchmal der Tod oder die Flucht unvermeidbar ist. Besonders Herausfordernd sind natürlich die Dämonen. Es bedarf lange Vorbereitung gegen diese mächtigen Kontrahenten anzutreten. Wie in asiatischen Spielen üblich, ist auch auf das Grinding schwerlich zu verzichten. Neue Ausrüstung muss her und dafür geht’s noch mal durch die bereits durchlaufenen Dungeons. Nebenbei steigt natürlich auch der Level der eigenen Gruppenmitglieder. Leider beginnt dieser Prozess bei jedem Dämon von neuem und wird schnell eintönig und zieht somit das Spiel künstlich in die Länge.

Grafik

Die Manga-Artworks sind großartig gestaltet. Das führt zwar dazu, dass es wenig Bewegung in den Bildern gibt, jedoch ist das auch nicht unbedingt nötig. Die Präsentation überzeugt wie sie ist und macht einen sehr sauberen Eindruck. Die Dungeons sind jedoch etwas einfacher als 3D-Welt dargestellt. Details fehlen und neben den perfekten Artworks ist es einfach nur schade, dass kein besserer und harmonischerer Stil gefunden wurde. Man gewöhnt sich im Spielverlauf daran, jedoch kann das den ersten Eindruck trüben und Käufer abschrecken.

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Sound & Übersetzung

Die Anfangs noch sehr interessante Musikuntermalung wird genauso schnell nervig wie die Soundeffekte. Zu wenige Stücke und Effekte gibt es um dem entgegenzuwirken. Die vorhandenen sind jedoch sehr gut gelungen und machen Lust auf mehr. Zum Spielstart überrascht Demon Gaze sogar mit einem Englischen Voiceover, welches wahlweise auch auf Japanisch gestellt werden kann. Die westlichen Spieler können auch den Text auf Japanisch umstellen, was aber wohl die wenigsten nutzen werden. Die originale Sprachausgabe ist dagegen ein toller Zusatz. Andere westliche Sprachen sucht man als Text und Voiceover leider vergeblich. Bei einem so nischigen Spiel jedoch kein Wunder.

Fazit:

Nachdem man die ersten Stunden überwunden hat, versteht man das Spiel und kann schnellere Fortschritte verzeichnen. Die relativ kleine Spielwelt über etliche Stunden ausgestreckt. Wer nicht vor repetitiven Spielabschnitten zurückschreckt und JRPGs sowie Dungeon Crawler mag, der kann hier getrost zugreifen. In seiner Klasse ist das Spiel auf der Vita einer der stärksten Vertreter. Neulinge sollten jedoch vor vielen Einstiegshürden gewarnt sein.

72 Wertung
Gameplay: 6/10
Grafik: 8/10
Sound: 6/10
Steuerung: 7/10

sehr schöne Artworks | zum Teil süchtig machendes Gameplay | abgedrehte Manga-Atmosphäre

frustrierendes Balancing | langweilig gestaltete Dungeons | nur englische Sprache


DEINE SPIELBEWERTUNG


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