The Tomorrow Children

The Tomorrow Children_first

Das PS4-exklusive Sandbox-Spiel The Tomorrow Children von Q-Games wurde das erste Mal auf der Gamescom 2014 vorgestellt, jetzt läuft bereits die Closed Alpha. Für diese Alpha haben wir einen Key bekommen und ich konnte bereits mehrere Stunden spielen. Es ist also Zeit für einen kleinen Bericht. Beachtet bitte, dass sich mehrere Dinge bis zum fertigen Spiel noch ändern werden oder können.

 Ein sowjetisches Experiment

Um das sehr außergewöhnliche The Tomorrow Children ein wenig besser verstehen zu können, sollte man die Hintergrundgeschichte kennen: Die Sowjetunion führte in den 60er Jahren ein gewaltiges Experiment durch, bei dem versucht wurde, die Gesamtheit des menschlichen Unterbewusstseins zu vereinen. Das Ganze ging natürlich schief und fast die komplette Menschheit wurde ausgelöscht. Geblieben ist nur eine weiße Leere (The Void), die im Spiel allgegenwärtig ist. Die verbleibenden Wissenschaftler konnten eine rettende Technologie entwickeln, und zwar die „Projektionsklone“.

Ihr seid einer dieser Klone und sollt eine Stadt aufbauen sowie menschliche DNA in Form von Matroschka-Puppen finden und in die Stadt bringen. Aus diesen Puppen kann dann die DNA extrahiert werden, wodurch wieder echte Menschen entstehen. Diese bevölkern dann die Stadt und lassen sie immer weiter wachsen. Das Ziel ist es also, möglichst viele echte Menschen wiederzubeleben. Ob es ein Bevölkerungslimit für die Stadt gibt und ob das Spiel irgendwann „zu Ende“ ist, konnte ich in der Alpha bisher nicht herausfinden.

The Tomorrow Children_1

 Arbeiten für die Gemeinschaft

Die spielbaren Klassen unterscheiden sich äußerlich nur durch die Kleidung, sonst haben sie alle die Gestalt eines Mädchens mit brünetten Haaren. Die Klasse bestimmt auch lediglich die Stärken eurer Spielfigur. Als „Citizen“ z.B. habt ihr in allen Bereichen normale Werte, als „Miner“ könnt ihr etwas schneller Ressourcen abbauen und abtransportieren, als „Combatant“ macht ihr mehr Schaden gegen die bösen Izverg. Die Izverg sind Monster, die eure Stadt regelmäßig vom Boden und aus der Luft angreifen.

Habt ihr also eure Klasse gewählt, landet ihr schon in der Stadt. Diese ist anfangs noch klein, hat aber alle im Spiel benötigten Gebäude. Schon hier werdet ihr die kahle und künstlich aussehende Spielwelt bemerken: Der Boden ist komplett weiß und hat ein mattes Glänzen, durch schwarze Linien angedeutete Straßen und Pfeile auf dem Boden führen euch zu den verschiedenen Gebäuden. Die einzigen NPCs sind zu diesem Zeitpunkt sowjetische Offiziere, die euch zum Arbeiten auffordern. Die gesamte Sprachausgabe ist übrigens auf russisch.

Eure Arbeit besteht hauptsächlich im Abbau von Ressourcen wie Holz, Metall, Kohle, Nahrung und Kristallen. Diese finden sich auf Inseln, die willkürlich und zufallsgeneriert in einigem Abstand um die Stadt auftauchen. Zu so einer Insel könnt ihr aber nicht einfach zu Fuß gehen, denn der weiße Boden verhält sich außerhalb der Stadt wie Treibsand, in dem ihr versinkt und sterbt. Eine der wichtigsten Anlaufstellen der Stadt ist deshalb die Bushaltestelle, die rund um die Uhr zwischen Stadt und Insel verkehrt. Seid ihr bei einer Insel angekommen, fängt die Arbeit an.

 Kein Minecraft-Klon

Die Inseln sind meist aberwitzig geformt und können z.B. die Form von riesigen Füßen haben. Sie bestehen aus undefinierbaren Materialien, die manchmal kristallin aussehen, manchmal eher wie Kunststoff. Mit euren zahlreichen Werkzeugen wie Spitzhacke, Schaufel oder Kettensäge grabt ihr euch in diese Inseln hinein und entdeckt dabei die oben erwähnten Rohstoffarten. Diese packt ihr in euren Rucksack, dessen Kapazität auch erhöht werden kann. Beim Graben findet ihr auch die wichtigen Matroschka-Puppen, von denen ihr aber immer nur eine tragen könnt. Ihr könnt neben Tunnels auch Treppen in die Inseln schlagen, um an höhere Punkte zu gelangen, oder Brücken bauen, um Abgründe zu überwinden. Jede Aktion bringt dabei Erfahrungspunkte. Graben könnt ihr in jede beliebige Richtung, es gibt also kein fest vorgeschriebenes Raster oder „Blöcke“ in der Spielwelt.

Ist euer Rucksack voll, geht ihr zurück zur Bushaltestelle und fahrt schließlich zur Stadt zurück, wo ihr die gesammelten Rohstoffe in den dafür vorgesehenen Bereichen ablegt. Dann geht’s wieder zurück zum Bus. Das wiederholt ihr immer und immer wieder. Wegen dem dynamischen Tag- und Nachtwechsel wird es natürlich auch mal dunkel, und dann solltet ihr dringend eine Lichtquelle in der Nähe haben, sonst löst sich euer Klon langsam auf und „stirbt“. Dann müsst ihr entweder darauf warten, dass ein anderer Spieler euch belebt, oder ihr erkauft euch eure Wiederbelebung durch einen Punkteabzug bei eurem Arbeitsbericht. So einen Arbeitsbericht solltet ihr immer wieder mal beim Arbeitsministerium machen lassen – wie bei einer Abrechnung wird dabei jede eurer Aktionen mit Punkten bewertet und die Summe der Punkte in Form von Wertmarken bzw. Coupons ausbezahlt. Diese sind das Zahlungsmittel im Spiel, mit dem ihr z.B. bessere Werkzeuge kaufen könnt.

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 Singleplayer, Multiplayer?

Obwohl es sich nicht danach anhört, ist The Tomorrow Children ein Online-Spiel, und zwar mit einer Kombination aus synchronem und asynchronem Gameplay. Das heißt, dass jeder Spieler nur seine eigene Figur im Spiel sieht – es sei denn, man führt eine Aktion aus (z.B. einen Rohstoff abbauen). Dann erscheint man für ein paar Sekunden in der Spielwelt von allen anderen Spielern. Auch sämtliche physische Veränderungen in der Spielwelt sieht jeder Spieler. Alle Rohstoffe, die man zur Stadt bringt; alle Gegenstände, die man baut und liegen lässt, gehören allen Spielern. Es ist deshalb eigentlich egal, wer was wo macht – alles ist für die Gemeinschaft und gehört der Gemeinschaft. Eigenen Besitz hat man nicht, abgesehen von den Werkzeugen und Gadgets, die sich aber abnutzen. Kommunismus in seiner Reinform also. So ein Spielprinzip gab es wohl noch nie.

 Prognose

Am Anfang hatte ich überhaupt keinen Plan, worum es in The Tomorrow Children eigentlich geht. In der Mail mit dem Alpha-Key war nur grob beschrieben, was man im Spiel machen kann. Also musste ich das Meiste durch Ausprobieren herausfinden und lernte jede Spielstunde immer mehr dazu. Obwohl das Spiel scheinbar lediglich zu einem großen Teil aus Rohstoffe Sammeln und zu einem kleinen Teil aus Izverg Bekämpfen besteht, hat mich eine gewisse Sucht gepackt. Durch die glatte, weiße Spielwelt und die ruhige Musikuntermalung entsteht eine besondere, bedrückende Atmosphäre. Die Stadt strotzt vor kommunistischer Ideologie, z.B. durch Propagandaplakate und regelmäßige Lautsprecherdurchsagen. Vor Gebäuden mit Dienstleistungen muss man sich sogar hinter anderen Spielern anstellen und warten, bis man an der Reihe ist. Es ist aber noch ungeklärt, wie viele Spieler auf einem Server spielen können, ob es mehrere Städte auf einem Server gibt und ob man mit anderen Spielern kommunizieren können wird. Außerdem musste ich bisher jeden Tag in einer neuen Stadt anfangen, weil die vom Vortag inzwischen zerstört worden war, womöglich weil alle Spieler Nachts geschlafen hatten und keiner die Stadt verteidigen konnte. Wird das noch geändert oder ist das Absicht? Man weiß es noch nicht. Das Spielprinzip ist auf jeden Fall innovativ und sehr vielversprechend.

(c) M4RKM4N

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1 Kommentar

  1. Kristina Karolina 18. November 2014 um 18:01 Uhr - Reply

    Hört sich toll an! Schade, dass es nur für die PS4 kommt…

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